Di, 21. August 2018

Taliban-Helfer

02.12.2011 18:10

Österreicher in Deutschland als Islamist angeklagt

Die Bundesanwaltschaft in Deutschland hat Anklage gegen zwei mutmaßliche Islamisten vor dem Kammergericht in Berlin erhoben. Einer der Männer ist der Österreicher Maqsood L., der am 16. Mai in der deutschen Hauptstadt aufgrund eines Europäischen Haftbefehls der österreichischen Justiz verhaftet worden ist.

Anfang Juni wurde gegen den 22-Jährigen wegen mutmaßlicher Unterstützung der terroristischen Vereinigung "Deutscher Taliban Mujaheddin" (DTM) ein Haftbefehl in Deutschland erlassen. Bei dem zweiten Mann soll es sich um den DTM-Mitbegründer Yussuf O. handeln, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte.

Maqsood L. soll versucht haben, Teilnehmer für den militanten Jihad zu gewinnen. Außerdem wird dem 22-Jährigen auch die Beteiligung an einem Anschlag in Berlin vorgeworfen. Zusätzlich soll er für die DTM etwa 1.000 Euro beschafft haben.

Keine Auslieferung beantragt
Die Staatsanwaltschaft Wien machte am Freitagnachmittag zu der Anklage gegen Masqood L. keine Angaben. Offenbar wurde aber bis heute keine Auslieferung beantragt. Möglicherweise wurde der Europäische Haftbefehl der österreichischen Justizbehörden auch erst nach dem deutschen Haftbefehl erlassen.

Yussuf O. ist laut Anklage im Mai 2009 von Deutschland in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet gereist, soll sich 2010 dem Terrornetzwerk Al-Kaida angeschlossen haben und so Maqsood L. kennengelernt haben. Beide bekamen dann laut Anklage von einem Führungsmitglied der Al-Kaida den Auftrag, in Europa Geld für die Organisation zu sammeln und neue Mitglieder und Unterstützer zu rekrutieren.

Anschläge auf ISAF-Truppen
Die DTM will in Afghanistan eine islamisch-fundamentalistische Gesellschaftsordnung errichten. Sie verüben laut der deutschen Bundesanwaltschaft Anschläge auf afghanische und pakistanische Regierungstruppen und auch auf Mitglieder der ISAF, der internationalen Afghanistan-Truppe der NATO. Wegen der Beteiligung der Bundeswehr an dem Militäreinsatz der NATO sei demnach auch Deutschland ins Visier der DTM geraten.

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