Vettel war mit seinem Formel-1-Rekord der 15. Pole Position in die 71 Runden auf dem Autodromo Jose Carlos Pace gegangen, erwischte auch den besten Start. Doch schon nach etwa 14 Runden klagte der 24-Jährige zwei Wochen nach seinem einzigen Saison-Ausfall in Abu Dhabi über Getriebeprobleme an seinem Wagen. "Ich fühle mich wie Ayrton Senna 1991", klagte Vettel per Boxenfunk.
Der 1994 tödlich verunglückte dreifache Weltmeister aus Brasilien hatte damals bei seinem Heimrennen ein vergleichbares Problem. Allerdings gewann Senna und wurde nach der Zieldurchfahrt ohnmächtig. Red Bull hatte Vettel per Boxenfunk immer wieder darauf hingewiesen, beim Schalten aufzupassen. "Wenn ich jede Runde den Schaltmodus ändere, werde ich hinter ihn zurückfallen", wehrte sich Vettel gegen den Verlust der Führung.
Webber holt siebenten Karriere-Sieg
Knapp vor Halbzeit des Rennens ging Webber in Runde 30 am jüngsten Doppel-Weltmeister der Geschichte aber doch vorbei. Damit waren die Positionen an der Spitze des Großen Preises von Brasilien bezogen. Webber fuhr mit knapp 17 Sekunden Vorsprung seinem insgesamt siebenten Karriere-Sieg, seinen zweiten in Brasilien nach 2009 bzw. den ersten seit dem in Ungarn am 1. August 2010 entgegen. Vettel jubelte dennoch: "Das wird ein Jahr sein, auf das man immer zurückschaut und stolz sein kann. Alleine hätte ich das nicht geschafft."
Punkterekord für Vettel
Wie schon am Vortag im Qualifying blieb der angekündigte Niederschlag aus, womit den Piloten das auf diesem Kurs gefürchtete Aquaplaning erspart blieb. Vettel kam damit ohne zusätzliche Turbulenzen auf die Rekord-Punktemarke von 392 Zählern, Button folgt mit dem Respektabstand von 122 Punkten. Webber hat als Dritter 258 Zähler auf dem Konto, Fernando Alonso 257. Der britische Triple-Saisonsieger Lewis Hamilton im McLaren wurde Fünfter (227), der Abu-Dhabi-Sieger schied diesmal in Runde 47 aus.
Button verdrängte im Finish des Rennens Ferrari-Star Alonso auf Rang drei und sicherte somit WM-Endrang zwei ab. Hinter Alonso landete sein Stallkollege Felipe Massa in seinem Heimrennen auf Rang fünf, gefolgt von Adrian Sutil im Force India. Der Deutsche wies auf dem 4,309 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs bereits eine Runde Rückstand auf Webber auf.
Rekord-Weltmeister Michael Schumacher im zweiten Mercedes landete nur auf Rang 15, nachdem er in der zehnten Runde vom Brasilianer Bruno Senna im Lotus-Renault bei einer Berührung den linken Hinterreifen aufgeschlitzt bekommen hatte.
Während der Deutsche dadurch unplanmäßig früh zum Reifenwechsel an die Box musste, kassierte der Lokalmatador für sein Manöver von den Rennkommissaren eine Durchfahrtsstrafe. Erstmals fungierte für die Ex-Piloten übrigens der Niederösterreicher Alexander Wurz als FIA-Rennkommissar.
Glock verliert Hinterrad
Für den kuriosesten der insgesamt vier Ausfälle sorgte Timo Glock. Vom Virgin des Deutschen flog bei der Ausfahrt aus der Boxenstraße ein Hinterrad weg. Die Mechaniker hatten es nicht richtig festgeschraubt.
Das Ergebnis:
| Rang | Fahrer | Team | Zeit |
| 1 | Mark Webber | Red Bull | Sieger |
| 2 | Sebastian Vettel | Red Bull | +16.9 Sek. |
| 3 | Jenson Button | McLaren | +27.6 |
| 4 | Fernando Alonso | Ferrari | +35.0 |
| 5 | Felipe Massa | Ferrari | +66.7 |
| 6 | Adrian Sutil | Force India | +1 Runde |
| 7 | Nico Rosberg | Mercedes | +1 |
| 8 | Paul di Resta | Force India | +1 |
| 9 | Kamui Kobayashi | Sauber | +1 |
| 10 | Vitaly Petrov | Renault | +1 |
| 11 | Jaime Alguersuari | Toro Rosso | +1 |
| 12 | Sebastien Buemi | Toro Rosso | +1 |
| 13 | Sergio Perez | Sauber | +1 |
| 14 | Rubens Barrichello | Williams | +1 |
| 15 | Michael Schumacher | Mercedes | +1 |
| 16 | Heikki Kovalainen | Lotus | +2 Runden |
| 17 | Bruno Senna | Renault | +2 |
| 18 | Jarno Trulli | Lotus | +2 |
| 19 | Jerome d'Ambrosio | Virgin | +3 |
| 20 | Daniel Ricciardo | HRT | +3 |
| Out | Vitantonio Liuzzi | HRT | +10 |
| Out | Lewis Hamilton | McLaren | |
| Out | Pastor Maldonado | Williams | |
| Out | Timo Glock | Virgin |








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