Regionale Unterschiede

Klimabonus: Nur jeder Dritte erhält Höchstbetrag

Politik
17.06.2023 10:18

Der kürzlich von der Regierung vorgestellte Klimabonus für das Jahr 2023 hat für reichlich Kritik bei der Opposition gesorgt: Denn die Postleitzahl entscheidet darüber, in welcher Höhe dieser ausgezahlt wird. Nur ein Drittel der österreichischen Bevölkerung erhält den Klimabonus heuer in voller Höhe, also 220 Euro. In der Wiener Innenstadt dagegen erhält man dagegen nur den Mindestbetrag von 110 Euro. 

Grundsätzlich gilt: Wer am Land lebt, erhält mehr, in Städten weniger. Ausgezahlt wird der Bonus ab September. Während der Klimabonus im Vorjahr wegen der Teuerung deutlich angehoben wurde, kehrt die Regierung nun wieder zum ursprünglich geplanten System zurück. Wie viel Geld fließt, hängt damit vom Wohnort ab. Berücksichtigt wird dabei die Einteilung in Stadt, Land und Umland sowie die Erreichbarkeit durch den öffentlichen Verkehr. Keinen Einfluss auf die Höhe des Klimabonus haben beispielsweise die Heizkosten oder die Energieversorgung vor Ort.

Je nach Wohnort erhält man demnach ab September 110, 150, 185 oder höchstens 220 Euro. Kinder und Jugendliche bekommen die Hälfte.

In 1498 von 2093 Gemeinden gibt es Höchstbetrag
Den höchsten Klimabonus gibt es in Landgemeinden mit nur „grundlegender Ausstattung mit öffentlichen Verkehrsmitteln“, so die Definition laut Klimaschutzministerium. Das sind heuer 1498 von 2093 Gemeinden. Hier wohnt etwa ein Drittel der Bevölkerung, das den höchsten Bonus von 220 Euro erhält. Etwa ein Fünftel der Menschen in Österreich erhält den zweithöchsten Bonus (185 Euro), ein weiteres Drittel erhält 150 Euro. In diese Kategorie fallen die meisten großen Städte wie Graz, Linz und Salzburg sowie das Wiener Umland.

Den niedrigsten Zuschuss erhalten deutlich weniger Menschen als ursprünglich geplant. Grund dafür ist die nun eingezogene regionale Differenzierung zwischen den Wiener Bezirken. Während nach den ursprünglichen Plänen alle Wienerinnen und Wiener lediglich den Mindestbetrag erhalten hätten, fließt nun etwas mehr Geld in die großen Flächenbezirke Liesing, Donaustadt und Floridsdorf sowie nach Währing und in Döbling. Dort bekommen alle Erwachsenen 150 Euro. Alle anderen Wienerinnen und Wiener müssen sich dagegen mit dem Mindestbetrag von 110 Euro begnügen. Damit sind die Wiener Innenbezirke die einzige Region in Österreich, die beim Klimabonus in die unterste Stufe (sehr gute Infrastruktur und öffentliche Verkehrsmittel) fällt.

Mehr Geld fließt nach Nieder- und Oberösterreich als nach Wien
Auf die Verteilung der Mittel hat die Bevorzugung der Landgemeinden spürbare Auswirkungen: Obwohl Wien mit Abstand die meisten Einwohnerinnen und Einwohner hat, fließt deutlich mehr Geld nach Nieder- und Oberösterreich als in die Hauptstadt. Durchschnittlich erhalten die Wiener rund 115 Euro pro Kopf, in Nieder- und Oberösterreich sind es gut 173 Euro und im Burgenland sogar 188 Euro.

Insgesamt dürfte der Klimabonus nach Angaben des Umweltministeriums heuer rund 1,47 Milliarden Euro kosten. Der Klimabonus dient der Umverteilung der Einnahmen aus der CO2-Steuer. Allerdings wird die Steuer etwas überkompensiert: Die Einnahmen liegen laut Budgetplanung nämlich lediglich bei einer Milliarde Euro.

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