Störaktion in Berlin

Nackter Protest und Tortenwurf auf VW-Versammlung

Ausland
10.05.2023 21:59

In Berlin wurde am Mittwoch eine Hauptversammlung des Autoriesen Volkswagen gestört. Es kam sowohl vor dem Gebäude zu Klimaprotesten als auch zu Aktionen in der Halle. So wurde etwa eine Torte in Richtung von Wolfgang Porsche geworfen, der die Eigentümerfamilie vertritt. Sie verfehlte zwar ihr Ziel, ließ die Manager auf dem Podium aber schon früh aufschrecken.

Die Kritik zielte auf den Umgang des Wolfsburger Unternehmens mit dem Dieselskandal und der Menschenrechtssituation in China, aber auch auf den Verkauf von Verbrennerautos ab. VW betreibt mit einem Gemeinschaftsunternehmen ein Werk in der chinesischen Provinz Xinjiang. Die dort lebende muslimische Minderheit der Uigurinnen und Uiguren wird laut Menschenrechtsorganisationen gezielt von der Regierung in Peking unterdrückt. Der Autoriese hält entgegen, dass in dem Werk mit 240 Mitarbeitenden keine Zeichen für Menschenrechtsverletzungen vorlägen und er weltweit gegen Zwangsarbeit einstehe.

Dennoch musste der neue Konzernchef Oliver Blume (54) seine Rede zum Zehn-Punkte-Plan rund um Elektromobilität und vernetzte Autos am Mittwoch unterbrechen. Eine Aktivistin störte seinen Vortrag lautstark mit nacktem Oberkörper und Plakat, um auf die Probleme in China hinzuweisen. Das sollte auch nicht die letzte Störung sein. Straßen wurden blockiert, Klimaproteste vor dem Versammlungsgebäude durchgeführt.

Protest direkt im Saal selten
Dass Aktivistinnen und Aktivisten das Umfeld von Hauptversammlungen für ihre Anliegen nutzen, ist nicht ungewöhnlich. Direkt im Saal sind sie jedoch selten, auch wegen der Sicherheitsvorkehrungen. „Ein konstruktiver Austausch ist wichtig. Und eine Hauptversammlung bietet dafür eine gute Möglichkeit. Bis auf Einzelne halten sich alle an die dafür vorgesehenen Regeln“, hieß es seitens des Konzerns in einer ersten Stellungnahme zu den Aktionen. Ungefähr 700 Aktionärinnen und Aktionäre nahmen an der Versammlung teil.

Volkswagen steht derzeit auch bei einem Teil von ihnen in der Kritik, unter anderem wegen der Doppelfunktion von Blume als VW-Konzern- und Porsche-Chef. „Die Aktionäre wollen einen Vorstandsvorsitzenden, der sich voll und ganz auf eine Aufgabe konzentrieren kann“, sagte etwa Hendrik Schmidt von der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS. Blume sagte am Mittwoch, dass keine Interessenskonflikte zu erwarten seien. Für diesen Fall hätte man auch schon Vorkehrungen getroffen. 

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele