„Krone“-Kommentar
Die Rückkehr der DDR, aber anders
In Deutschland wird am Sonntag ein Stück Geschichte geschrieben: Im Osten finden die ersten Landtagswahlen seit dem Aufstieg der AfD (Alternative für Deutschland) und der Sahra-Wagenknecht-Partei (BSW) statt. Die Folgen werden das politische Gesicht Deutschlands verändern.
Es ist der (Wieder-)Aufstieg des Autoritären auf dem Gebiet der Ex-DDR. Weshalb dieser freiwillige Rückfall nach Rechtsaußen? Darüber zerbrechen sich Denker den Kopf und es werden Bücher geschrieben, aber es gibt keine schlüssige Antwort.
Die AfD ist eine Milieupartei, entstanden aus der notgedrungenen Lebensgemeinschaft in der DDR. Sie wollten die D-Mark, und als sie kam, empfanden sie die Wiedervereinigung als westdeutsche Eroberung. Sie lehnen das amerikanisch-europäische Lebensmodell ab und sehnen sich nach Wladimir Putin (der gerade in seinem Tschetschenien den Koran geküsst hat) als den vorgeblichen Retter des christlichen Abendlandes. Selbstverständlich sind sie gegen „die Ausländer“.
Der AfD zur Seite steht die Sahra Wagenknecht, die es fertigbringt, einen großen Bogen zu schwurbeln vom Nationalismus bis zum Kommunismus.
Der ehemals ausgebürgerte DDR-Oppositionelle und Liedermacher Wolf Biermann findet bittere Worte über die „Ossis“: „Die, die zu feige waren in der DDR-Diktatur, rebellieren jetzt ohne Risiko gegen die Demokratie. Den Bequemlichkeiten der Diktatur jammern sie nach, und die Mühen der Demokratie sind ihnen fremd.“








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