Jean Philippe Rameaus „Pigmalion“ ist als Opernkurzgenuss im Grazer Freien Atelierhaus Schaumbad in Form einer barocken Rekonstruktion zu erleben. Ein Triumph der Liebe, der Sänger und der Musik.
Jean Philippe Rameau zählt zu den wichtigsten barocken Opernkomponisten, der hierzulande in den letzten Jahren eine veritable Renaissance erlebte. Beim Opernkurzgenuss (der Kooperation von Oper und Kunstuni) konnte man nun auch in Graz eines seiner Werke, den Acte de ballet „Pigmalion“, erleben - und das in einer musikalisch wie optisch ansprechenden Fassung von Susanne Scholz (musikalische Leitung), Edith Lalonger (Choreographie & Bühnenwege) sowie Elke Steffen-Kühnl (Ausstattung).
Simple Handlung, komplexe Tänze
Die Handlung spielt bei dem Stück, das in weniger als einer Stunde Oper mit Rezitativen und Chor sowie Ballett-Einlagen vereint, keine große Rolle. Es geht um den Künstler Pygmalion, der sich in eine Statue verliebt, die von Amor schließlich zum Leben erweckt wird. Dass seine Frau Céphise da auf der Strecke bleibt, scheint im Barock zumindest kein Problem gewesen zu sein.
Mit viel Hintergrundinformation vom Institut für Alte Musik und Aufführungspraxis, das auch das ganz hervorragend auf (rekonstruierten) Barockinstrumenten spielende Orchester stellt, gestaltete das Team einen vorbildlichen historischen Opernabend. In den fügen sich auch die feinen Choreografien und die eleganten, mit barocken Zitaten versehenen Kostüme der Sänger und des Orchesters sowie die „himmlische“ Bühne ein.
Hochkarätige Sänger
Das Zentrum der Aufführung bildet Mario Lerchenberger, der seinen Tenor nicht nur zu einem für die französische Oper dieser Zeit typischen Haute-Contre hochschrauben kann, sondern auch die gezierten Gesten eines barocken Helden beherrscht. Umgeben ist er von der expressiven Anastasia Kradénova (Céphise), der lyrischen Melis Demiray (Statue) und der souveränen Tanja Klančnik (L’Amour), drei tanzenden Grazien (Lalonger, Caroline Ducrest und Kim Pavlič) sowie der bezaubernden Singschul’.
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