Kolumne

Wie geht das aus?

Vorarlberg
11.03.2023 18:25

Die Linken-Politikerin Sarah Wagenknecht und die Feministin Alice Schwarzer haben mit ihrem „Manifest für den Frieden“, in welchem sie Verhandlungen mit Russland fordern, gehörig Staub aufgewirbelt. Unter anderem wurden sie als „Putin-Versteherinnen“ gegeißelt. „Krone“-Kolumnist Robert Schneider hat für die Position der beiden aber durchaus Verständnis.

Dass sich die deutsche Linke im Russland-Ukraine-Krieg an ihr ureigenstes Anliegen erinnert, nämlich den Pazifismus, hat man nicht mehr für möglich gehalten. Die Friedensengel sind wieder auferstanden, und zwar in der Gestalt zweier Damen, die jede für sich genommen, ein ganzes Leben lang polarisiert haben. Die deutsche Politikerin (PDS, Die Linke) Sarah Wagenknecht und die Feministin und Publizistin Alice Schwarzer. Ihr „Manifest für den Frieden“, das zwischenzeitlich von über 700.000 Menschen unterzeichnet wurde und die Demonstration am Brandenburger Tor, erregten ein spektakuläres mediales Aufsehen. Wieso eigentlich? Wo doch eh klar ist, wer der Böse ist und wer der Gute? Oder doch nicht?

Eines scheint sich jedenfalls immer mehr herumzusprechen, dass nämlich Selenskyj alles und jeden nervt mit seinen täglich erhobenen Forderungen nach immer mehr härteren und effizienteren Waffen. Im Manifest von Wagenknecht/Schwarzer heißt es: „(...) Präsident Selenskyj macht aus seinem Ziel kein Geheimnis. Nach den zugesagten Panzern fordert er jetzt auch Kampfjets, Langstreckenraketen und Kriegsschiffe - um Russland auf ganzer Linie zu besiegen? (...)“

Für solche Sätze musste sich Wagenknecht als „Putin-Versteherin“ beschimpfen lassen. Naiv sei sie, hieß es, weil sie ein Plädoyer für Verhandlungen mit Russland erhebe. So ein Plädoyer haben vor knapp einem Jahr schon Papst Franziskus und der 99-jährige Henry Kissinger gehalten. Aber das passte eben nicht in die gegenwärtige Empfindung von Gut und Böse. Man verzieh den alten Herren diese Entgleisung. Schwarzer und Wagenknecht wird nicht verziehen. Besonders eine völlig ins bürgerliche Lager abgesunkene und sich ganz verloren habende Partei wie die Grünen verzeihen das nicht. Dabei steht in dem „Manifest für Frieden“ ein ungemein kluger Satz: „Verhandeln heißt nicht kapitulieren.“

Fraglich ist allerdings, ob Putin oder Selenskyj so viel Geist haben wie diese beiden mutigen Damen vor dem Brandenburger Tor.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Vorarlberg Wetter
1° / 3°
starker Schneefall
1° / 4°
starker Schneefall
2° / 5°
starker Regen
2° / 5°
starker Regen



Kostenlose Spiele