25 private Krankenanstalten österreichweit streikten heute für mehr Lohn, darunter auch die steirische Privatklinik in Ragnitz. 150 der 360 Bediensteten legten ihre Arbeit für drei Stunden nieder, etwa ein Dutzend Operationen musste verschoben werden.
„Wir arbeiten für zwei, jeder ist am Limit, wir können nicht mehr!“, schildert Anita Gumpold der „Krone“, warum sie heute von 8.35 bis 11.35 Uhr nicht an ihrem Arbeitsplatz in der Verwaltung der Grazer Privatklinik Ragnitz sitzt. Vor allem Wertschätzung und damit verbunden höheres Gehalt fehlen ihr. Ausfälle sind nicht mehr tragbar, beim Personal gibt es eine starke Fluktuation: „Neue Mitarbeiter können unter diesen Umständen keine Motivation aufbringen.“ Also werfen sie das Handtuch.
150 Grazer Bedienstete verweigerten Dienst
150 der 360 Bediensteten in der Privatklinik sehen es wie Anita Gumpold und haben sich daher am Dienstagvormittag dem Warnstreik von insgesamt 25 Einrichtungen österreichweit angeschlossen. Verwaltungsangestellte sind genauso dabei wie Ärzte, Pflege- und Küchenpersonal. „Sie wären heute alle im Dienst gewesen, legen ihre Arbeit aber für drei Stunden nieder“, erklärt Sabine Trieb von der Gewerkschaft vida.
Ein Dutzend Operationen seien deshalb verschoben worden - die notwendige stationäre Betreuung wäre aber gewährleistet, genauso wie die Betreuung von Geburten und akuten Fällen. „Schon im Vorhinein waren aber nicht viele Eingriffe eingebucht“, teilt Betriebsrat Andreas Hohensinner seine Beobachtung und vermutet, dass der Streik schon früher an der ein oder anderen Stelle durchgesickert ist.
Klinik Ragnitz streikte als einzige steiermarkweit
Die Forderungen der Gewerkschaften nach sechs gescheiterten Verhandlungsrunden: Endlich einen KV-Abschluss deutlich über der Inflation und einen monatlichen Bruttomindestlohn von 2000 Euro. „Es gibt noch immer Brutto-Einstiegsgehälter von 1666 Euro!“, empört sich Hohensinner.

In der Steiermark bleibt die Privatklinik in Ragnitz am Dienstag die einzige streikende private Krankenanstalt: „Ordensspitäler haben andere Kollektivverträge“, weiß Hohensinner. Die einzig vergleichbare Anstalt befinde sich noch in Bad Gleichenberg. „Wir haben den schlechtesten Köder für neue Mitarbeiter und haben daher Aufholbedarf um konkurrenzfähig zu bleiben.“
„Verhandlungen endlich abschließen“
Ab 12 Uhr herrschte dann wieder Normalbetrieb in der Privatklinik. Horst Schachner, Vorsitzender vom ÖGB Steiermark und vida Steiermark hofft, dass sich der Verhandlungspartner nun endlich kooperativ zeigt: „Irgendwann müssen die Verhandlungen zu einem Ende kommen. Wir sind eine der letzten Gruppen.“









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