Immer mehr Gräber

Luftaufnahmen: Große Verluste bei Wagner-Söldnern

Ausland
28.01.2023 13:31

Knapp 50.000 Häftlinge hat das private Sicherheits- und Militärunternehmen Gruppe Wagner in den Krieg gegen die Ukraine geschickt. Doch die Verluste bei den Söldnern sind hoch, wie nun Aufnahmen von Satelliten belegen. Nur noch knapp 10.000 Kämpfer seien übrig, berichtete erst vor Kurzem die NGO „Rus Sidjaschtschaja“ (Russland hinter Gittern), der Rest sei wahrscheinlich getötet worden, verschollen, habe sich ergeben oder sei desertiert.

Vor allem im Zuge der heftigen Gefechte um die umkämpfte Stadt Bachmut im Osten der Ukraine sollen zahlreiche Soldaten der Wagner-Gruppe gefallen sein. Das belegen auch aktuelle Maxar-Satellitenbilder (siehe Video oben) von einem rasch wachsenden Friedhof in einem südrussischen Dorf, in dem Söldner der berüchtigten Gruppe beerdigt werden.

Zahl der Wagner-Gräber nimmt rasch zu
So zeigt ein am 24. Jänner aufgenommenes Foto rund 170 bis 200 Gräber in einem von den Söldnern genutzten Friedhof am Rande der kleinen Bauerngemeinde Bakinskaya in der russischen Region Krasnodar. Zwei Monate zuvor waren genau dort noch deutlich wenige Gräber zu sehen. Die Ruhestätten der Söldner sind mit einfachen Holzkreuzen und bunten Kränzen geschmückt, die die Insignien der russischen Wagner-Gruppe tragen, berichtet Reuters.

Die Nachrichtenagentur hat dort und auf drei weiteren nahe gelegenen Friedhöfen die Namen von mindestens 39 der Gefallenen mit russischen Gerichtsakten, öffentlich zugänglichen Datenbanken und Social-Media-Konten abgeglichen und auch mit Familie, Freunden und Anwälten einiger der Toten gesprochen. Womöglich ist die Zahl der toten Wagner-Söldner sogar noch deutlich höher, da viele der gefallenen Soldaten höchstwahrscheinlich eingeäschert wurden, heißt es.

Söldner in Gefängnissen angeworben
Die Wagner-Gruppe gehört dem Oligarchen Jewgeni Prigoschin, der wegen seiner guten Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin auch als „Putins Koch“ bekannt ist. Er hat in russischen Gefängnissen Tausende Häftlinge rekrutiert. Dabei versprach er ihnen nach Ende ihres Vertrags die Freilassung, drohte Deserteuren aber gleichzeitig mit standrechtlichen Hinrichtungen, sollten sie versuchen zu fliehen oder sich dem Feind ergeben.

Von den rund 50.000 Kämpfern der berüchtigten Privatarmee, die in der Ukraine im Einsatz waren bzw. noch sind, sind rund 10.000 Söldner und 40.000 Strafgefangene, die Prigoschin - er saß zu Sowjetzeiten selbst im Knast - teilweise sogar persönlich in Gefängnissen angeworben hat. Der Geschäftsmann ist von der US-Bundespolizei FBI zur Fahndung ausgeschrieben, die Behörden halten die Gruppe Wagner für eine „kriminelle Organisation“, wie es heißt.

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