Streikwelle als Motiv

Weihnachtsansprache in Großbritannien fällt aus

Ausland
24.12.2022 13:40

Aufgrund der massiven Streikwelle in Großbritannien hat Premierminister Rishi Sunak auf die traditionelle Weihnachtsansprache verzichtet. Stattdessen habe er mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regierung mit persönlichen Anrufen überrascht, hieß es aus der Downing Street.

Laut Regierungsangaben telefonierte Sunak mit Diplomatinnen und Diplomaten in Somalia, Pakistan und in der Ukraine, sowie mit dem Chef einer staatlich geförderten Wohltätigkeitsorganisation in London. Außerdem rief der Premierminister die Besatzung des Eisbrechers „HMS Protector“ an, die derzeit rund um die Südlichen Sandwichinseln nahe der Antarktis im Einsatz ist und dort unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Nachschub versorgt.

Ein weiterer Dank Sunaks galt der gesamten arbeitenden Bevölkerung. „An alle Briten, die über Weihnachten arbeiten - danke. Ob Sie in Mogadischu oder Milton Keynes sind, ich bin Ihnen für Ihren Einsatz persönlich dankbar“, twitterte der britische Premierminister Rishi Sunak am Samstag. Laut Kommentierenden wolle er damit deutlich machen, welch großen Wert er dem öffentlichen Dienst beimisst. Die Gewerkschaften werfen der Regierung allerdings vor, angemessene Lohnsteigerungen zu verweigern.

Nicht für alle Post
Weihnachten wird in Großbritannien in diesem Jahr von zahlreichen Streiks überschattet. So haben am Samstag zahlreiche Menschen keine Weihnachtspost oder Pakete erhalten, weil Beschäftigte der Royal Mail seit Wochen immer wieder ihre Arbeit niederlegen. Darüber hinaus erschweren Streiks bei der Bahn und bei den Grenzbeamtinnen sowie Grenzbeamten Verwandtenbesuche. Am Samstagabend wollten tausende Beschäftigte des Streckenbetreibers Network Rail ihre Arbeit niederlegen, um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu fordern. Bereits am Nachmittag sollte der Zugverkehr weitgehend eingestellt werden.

Die Fronten im Tarifstreit sind verhärtet. Der Ausstand, zu dem die Gewerkschaft RMT aufgerufen hatte, soll erst am 27. Dezember enden. Instandsetzungarbeiten sollen dennoch durchgeführt werden. Gestreikt wird seit Freitag auch an mehreren Flughäfen, darunter London-Heathrow und Gatwick. Teilweise übernahmen Soldatinnen und Soldaten die Passkontrollen. Dennoch wurde vor langen Warteschlangen bei der Einreise gewarnt. Dieser Ausstand soll bis Silvester dauern.

In vielen anderen Branchen wird derzeit ebenfalls immer wieder gestreikt, etwa im Gesundheitsdienst.

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