Die Bewohner einer Wiener Wohnung heckten zusammen einen „berauschenden“ Tatplan aus - und landeten dafür zwei Tage vor Weihnachten vor dem Schöffengericht.
Was spielt sich hinter Wiener Wohnungstüren ab? Ein Blick in Verhandlungssaal 106 am Landesgericht, wo vier Angeklagten am Donnerstag der Prozess wegen schweren Raubs gemacht wurde, gibt düstere Einblicke. „Es ist die Wohnung meines Vaters“, sagte der Erstangeklagte Sasa L. Wer aller dort wohne, wisse er nicht. Es waren viele. Regelmäßig kam es zu exzessivem Drogenkonsum.
Auch zwei Gaspistolen wurden verwendet
Weil die Sucht teuer war, schmiedeten die Bewohner im April einen Plan. Sasas Freundin Martina und eine zweite Frau sollten befreundete Drogenkuriere aus Tschechien für ein Geschäft in die Wohnung locken. Als diese ankamen, schrieb sie ihrem Freund eine SMS: „Der, der rechts sitzt, hat die Drogen“. Die Mitbewohner klingelten. Maskiert und mit Pistolen bewaffnet gaben sie sich offenbar als Polizisten in Zivil aus, raubten Bargeld und Drogen im Wert von 2500 Euro, fesselten anschließend ihre Opfer mit Kabelbindern.
Mein Mandant konsumierte an diesem Tag fünf Gramm Crystal Meth. Ein Ausmaß, dass einen Elefanten umhauen könnte.
Guilherme Spiegelberg verteidigte den Erstangeklagten.
Alle Täter sind schwerst drogensüchtig
Am Tattag hatte Sasa fünf Gramm Crystal Meth konsumiert. „Ein Ausmaß, das einen Elefanten umhauen könnte“, führte sein Anwalt Guilherme Spiegelberg aus. „Mein Hirn war komplett weggeblasen, ich erinnere mich an nichts“, so der Angeklagte. Dafür war dem Schöffengericht die Tat aber viel zu straff organisiert: Fünf Jahre Haft für Sasa, sieben Jahre für Martina - nicht rechtskräftig. Die Mitangeklagten nahmen ihre etwas milderen Urteile an.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.