Seit 300 Tagen Krieg

Selenskyj: Fast 100.000 russische Soldaten getötet

Ukraine-Krieg
20.12.2022 09:49

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wurde am Dienstag 300 Tage alt. Bisher haben die Invasionstruppen nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj knapp 99.000 Soldaten verloren. „In wenigen Tagen erhöhen sich die Verluste der Besatzer auf 100.000“, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache am Montagabend. Die russischen Truppen würden sich beim Versuch, die ostukrainische Stadt Bachmut einzunehmen, die Zähne ausbeißen.

Die russische Führung in Moskau verschwende sinnlos Menschenleben: „Nicht das ihrer Angehöriger, nicht ihr eigenes Leben, sondern das anderer“, so Selenskyj am Montag. Genauere Angaben zu den Verlusten der russischen und ukrainischen Streitkräfte machen beide Seiten aus Sicherheitsgründen nicht. Westliche Militärs schätzten zuletzt die Zahl der getöteten und verwundeten russischen Soldaten auf weit über 100.000.

„Bachmut ist der heißeste Punkt an der gesamten Frontlinie“, betonte das ukrainische Staatsoberhaupt in seiner Ansprache. Seit Mai würden moskautreue Soldaten versuchen, die Stadt zu brechen, „aber die Zeit vergeht, und Bachmut bricht bereits nicht nur die russische Armee, sondern auch die russischen Söldner, die gekommen sind, um die vergeudete Armee der Besatzer zu ersetzen“, so Selenskyj. Damit verwies er auf die Gruppe Wagner, die bei den Kämpfen um die Stadt eine entscheidende Rolle spielt.

Selenskyj bei einer Lagebesprechung (Archivbild) (Bild: APA/AFP/Ukrainian Presidential Press Service)
Selenskyj bei einer Lagebesprechung (Archivbild)

Gruppe Wagner verheizt Rekruten
Die Söldnergruppe nutzt nach Einschätzung britischer Geheimdienste Rekruten als Kanonenfutter. Manche rekrutierte Soldaten erhielten demnach ein Smartphone oder Tablet, das ihnen mithilfe von Satellitenbildern ihre vorgegebene Angriffsroute und ihr Ziel zeige, diesen Vormarsch erhielten sie Feuerschutz, aber selten gepanzerte Fahrzeuge.

„Wagner-Mitgliedern, die ohne Genehmigung von ihren Angriffsrouten abweichen, droht wahrscheinlich eine standesrechtliche Hinrichtung“, erklärte das Verteidigungsministerium in London am Montag. Die Kommandeure würden von geschützten Stellungen aus über Drohnenbilder informiert.

„Brutale Taktiken“
„Diese brutalen Taktiken zielen darauf ab, Wagners seltene Reserven an erfahrenen Kommandanten und gepanzerten Fahrzeugen auf Kosten der leichter verfügbaren Sträflingsrekruten zu erhalten, die die Organisation als entbehrlich einschätzt“, betonte das britische Ministerium. Wagner rekrutiert seit Monaten neue Kämpfer auch in Gefängnissen.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor.

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