Der Industrielle Hannes Androsch will, so die Befürchtung, statt der berühmten Villa ein Hotel errichten. Dagegen regt sich nun Widerstand.
Am Ufer des ruhigen Altausseer Sees ist es jüngst etwas unruhig geworden. Der Grund: Es gibt Aufregung um eine Villa aus dem 19. Jahrhundert, die, so befürchten Anrainer, einem Hotelprojekt des jetzigen Besitzers Hannes Androsch weichen soll.
Die Landhausvilla in herrlicher Lage, unweit des Altausseer Sees, gehörte einst unter anderem der jüdischen Familie Kremenezky, die von den Nationalsozialisten enteignet wurde. Nach dem Krieg kam sie wieder in den Besitz der Kremenezkys, wurde aber verkauft. Darauf folgten weitere Eigentümer-Wechsel.
Die Bewohner haben Angst, dass mit dem Bau eines Wellnesshotels die Lebensqualität flöten geht. Es würde nicht ins Ortsbild passen.
Martin Dämon, Gemeinderat Altaussee
Ausseer sehen keine Vorteile
Für den Erhalt des historischen Erbes machen sich nun viele Unterstützer stark. Mitkämpfer ist Martin Dämon, mit der Liste „Dialog lebenswertes Altaussee“ im Gemeinderat vertreten: „Die Bewohner haben Angst, dass mit dem Bau eines Wellnesshotels die Lebensqualität flöten geht. Es würde nicht ins Ortsbild passen.“ Die Ausseer hätten nichts davon, „außer mehr Verkehr.“
ÖVP-Bürgermeister Gerald Loitzl weiß natürlich um die Aufregung im Ort, beteuert aber: „Es liegt mir kein Projekt vor, das ich als Baubehörde erster Instanz zu beurteilen habe.“
„Das ist ein Kampf gegen ein Phantom-Projekt“, sagt auch der Industrielle Hannes Androsch zur „Krone“. Die Villa sei im Übrigen längst nicht mehr im Originalzustand aus ihrer Errichtungszeit. Zudem sei die Widmungslage des Areals noch nicht geklärt. „Wenn wir Geld wollten, wäre ein Weiterverkauf an einen Immobilienhai das Einfachste für uns. Der würde daraus Apartments machen.“








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