Wie erkläre ich meinem Kind, was eine Depression ist? Die steirische Psychologin Lisa Pongratz startet eine Serie von Kinderbüchern, in denen sie psychische Krankheiten kindgerecht erklärt.
„Psychische Erkrankungen sind nach wie vor ein Tabuthema in unserer Gesellschaft“, sagt Lisa Pongratz. Als klinische Psychologin muss die Steirerin es wissen, immerhin behandelt sie am LKH II Standort Süd in Graz täglich vor allem Kinder und Jugendliche mit solchen Erkrankungen. „Um ihnen helfen zu können, müssen sie und ihre Eltern zuerst einmal verstehen, was eine Diagnose wie etwa ADHS oder Depression überhaupt bedeutet.“
„Es gab nichts, also habe ich es selber geschrieben“
Seit Kurzem kann sie dafür ihre eigenen Bücher verwenden. Doch wie kam es dazu, dass aus der Psychologin auch eine Kinderbuchautorin wurde? Nach ihrem Studium in Klagenfurt begann die in Weiz geborene Pongratz als Schulpsychologin in Wien zu arbeiten: „Ich habe nach Büchern gesucht, in denen psychische Erkrankungen kindgerecht erklärt werden, habe aber nichts gefunden“, erinnert sie sich.
Also setzte sie sich eines Tages einfach hin und begann zu schreiben: „Damals hat uns im Garten immer ein Igel besucht, so kam ich auf die Figur von Igelino und die Idee, die Informationen in Tiergeschichten zu verpacken.“ Diese Geschichten stehen im Zentrum ihrer Bücher. Doch es finden sich darin auch Tipps für Eltern, wie sie mit Kindern über solche Themen ins Gespräch kommen können. „Generell ist für Kinder all das normal, was auch für Eltern normal ist“, unterstreicht Pongratz die Wichtigkeit der Aufklärung der Eltern. Je besser diese also über solche Probleme sprechen können, desto unverkrampfter gehen auch Kinder damit um.
Tierische Unterstützung für Therapie
Zwei Bücher sind bereits im Springer-Verlag erschienen: In „Igelino lacht nicht mehr“ thematisiert sie Depressionen und in „Igelino hat Hummeln im Bauch“ geht es um Aufmerksamkeitsstörungen. Und es sind bereits vier weitere Bücher mit tierisch guter Aufklärung über Zwangs-, Angst- und Schlafstörungen sowie aggressives Verhalten in Arbeit, die 2023 erscheinen.
Wie gut Tiere als Unterstützung bei der Therapierung von jungen Patienten helfen können, weiß Pongratz aus erster Hand: „Mit Abstand mein beliebtester Kollege ist mein Hund Ludwig“, sagt sie. Vor einigen Jahren hat sie ihn aus einem Heim geholt und zum Therapiehund ausgebildet: „Tiere urteilen nicht“, erklärt sie den wohl wichtigsten Vorteil von „Doktor Ludwig“.
Sie wünscht sich, dass „Igelino“ ähnliche Auswirkungen hat: „Ich hoffe, dass die Bücher Kindern helfen, über ihre Probleme zu sprechen und die Probleme, die sie umgeben, besser zu verstehen“, sagt Pongratz.









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