Sieben Kandidaten stehen für die Präsidentenwahl mehr oder weniger fest. Amtsinhaber Alexander Van der Bellen ist der große Favorit. Experten sehen jedoch Hindernisse.
Der Titelträger betritt am Ende den Ring. Alexander Van der Bellen lieferte am Freitag, kurz vor der Deadline, 25.000 Stimmen für die Wiederkandidatur ab. „Ich will im ersten Wahlgang gewinnen.“ Er stehe für „Erfahrung, Stabilität, Unabhängigkeit“. Er hat sechs Herausforderer (siehe Grafik unten).
Kaum frischer Wind bei Van der Bellen
Wie schätzen Experten das Feld ein? Politologin Katrin Stainer-Hämmerle meint, die Menschen würden sich traditionell einen älteren, bedächtigen Herrn in diesem Amt wünschen, gibt jedoch zu bedenken: „Er ist nicht mehr frischer Wind wie 2016. Und: Er steht für das politische System, das von vielen hinterfragt wird.“
Breite Unterstützung könnte Problem werden
Ähnlich sieht das Christoph Haselmayer vom Meinungsforschungsinstitut IFDD. „Landeshauptleute, Parteien und NGOs – fast alle unterstützen den Präsidenten. Das könnte sein Problem werden.“
Das Vertrauen der Menschen in das System sei auf dem Tiefpunkt. „Konzerne schicken Leute wegen der Gaskrise in Kurzarbeit, es gibt viele Teuerungsverlierer, die Van der Bellen als Vertreter der Regierenden sehen.“
FPÖ-Kandidat in der Pole für zweiten Wahlgang
Zudem: Je mehr Kandidaten, desto eher eine Stichwahl. „Die Chancen steigen. Es wäre die größte politische Blamage.“ Stand heute dürfte dann FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz als Duellant antreten. Er nutze auch den FPÖ-Widerstand für die Russland-Sanktionen, die viele hinterfragen würden.
Wlazny punktet vor allem bei Jungen
Stainer-Hämmerle und Haselmayer glauben, dass Rock-Mediziner Dominik Wlazny (Marco Pogo) bei Jungen, Urbanen punkten werde. Tassilo Wallentin wird einiges zugetraut - er habe nicht zuletzt durch seine Kolumne in der „Krone“ große Bekanntheit erlangt. Er fischt wie Ex-BZÖ-Mann und Blogger Gerald Grosz in blauen Gewässern.
Brunner könnte „zerrieben“ werden
MFG-Kandidat Michael Brunner werde dazwischen wohl „zerrieben“. Bei Grosz stelle sich die Frage, ob er seine vielen Follower auch mobilisieren könne. Am Freitag komplettierte Schuhfabrikant Heinrich Staudinger die spezielle, rein männliche Runde.
Der schillernde Oberösterreicher könnte laut Haselmayer drei Prozent für sich begeistern. Er setzt auf die Themen Armut und Naturschutz. Apropos: Alexander Van der Bellen appellierte an seine Anhänger, auch wählen zu gehen. „Es ist ka gmahte Wiesn.“









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