Einen Monat nach dem Suizid von Lisa Maria Kellermayr legt Innenminister Gerhard Karner jetzt offen, wie der Polizeischutz für die Ärztin aus Seewalchen ablief, die von Impfgegnern monatelang Morddrohungen erhalten hatte - auch um die Vorwürfe an der Exekutive in der Causa zu entkräften.
Noch vor dem tragischen Suizid der Ärztin Lisa-Maria Kellermayr aus Seewalchen/A. hatten SPÖ-Nationalräte am 30. Juni eine schriftliche Anfrage an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) gerichtet. Die Medizinerin war in sozialen Medien von Hasspostern u a. mit Mord bedroht worden. „Drohungen gegen Gesundheitspersonal – was tun Sie, Herr Innenminister?“, lautete der Titel der parlamentarischen Eingabe, deren Beantwortung seit Mittwoch nun endlich vorliegt. „Erstmals gibt der Minister zumindest oberflächlich für die Bevölkerung bekannt, welche Schritte in der Causa Kellermayr gesetzt worden sind“, betont die oö. SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz.
Staatsschutz-Chef sprach mit ihr
Auf die Frage, ob und seit wann Karner die Bedrohungen bekannt waren, denen die Impf-Befürworterin sich ausgesetzt sah, und was die Sicherheitsbehörden zum Schutz der Ärztin getan hätten, listete der Minister folgende Aktivitäten der Exekutive auf: Demnach hatte die 36-Jährige am 22. November 2021 auf der Polizeiinspektion Schörfling den Erhalt eines Droh-E-Mails angezeigt. Noch am selben Tag sei sie zum Sachverhalt schriftlich einvernommen worden. Danach sei es zu weiteren kriminalpolizeilichen Beratungsgesprächen durch die Landespolizeidirektion OÖ und das Bezirkspolizeikommando Vöcklabruck gekommen. „Insbesondere wurden als sicherheitspolizeiliche Maßnahmen eine verstärkte Bestreifung der Ordination während der Öffnungszeiten und mindestens einmal täglich eine direkte Kontaktaufnahme mit der Betroffenen, bzw. dem Ordinationspersonal vereinbart“, erklärt Karner. Der Chef des Staatsschutzes habe im Juni direkten Kontakt zu Kellermayr aufgenommen und persönlich Gespräche geführt.
„Hoher Sicherheitsstandard“
Am 1. Juli habe eine Evaluierung der Sicherheitsmaßnahmen in Ordination und Wohnung stattgefunden. Dank baulicher Maßnahmen sei der Sicherheitsstandard dort als hoch eingestuft worden. Auch sei der Ärztin ein individuelles Training zum Schutz vor Übergriffen im öffentlichen Raum angeboten worden.









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