In den sozialen Medien wurden in den letzten Tagen Warnungen vor einem Mann geteilt, der in Bruck an der Mur (Steiermark) Kinder fotografieren und filmen soll. Mittlerweile wurde ein 60-jähriger Verdächtiger aus dem Bezirk Bruck-Mürzzuschlag ausgeforscht und einvernommen. Der Mann soll mehrere Mädchen fotografiert haben, als Motiv nannte er Einsamkeit.
„Aufgepasst, der Mann fotografiert am Hauptplatz in Bruck an der Mur heimlich Kinder und filmt sie wahrscheinlich auch. Seid aufmerksam in eurer Umgebung.“ Mit diesen Worten inklusive Foto des vermeintlichen Voyeurs verbreitet sich gerade ein Facebook-Beitrag einer Mutter. Ihre Tochter habe der Mann in einem Bus fotografiert. Die Jugendliche, die im Bus eine Reihe hinter ihm gesessen ist, habe ihn darauf bei seinem Tun selbst gefilmt, ihn angesprochen und aufgefordert, das Foto zu löschen. Er habe daraufhin, so die Mutter, vorgegeben, kein Deutsch zu sprechen, sei aus dem Bus gestiegen und dann davongelaufen. Das Video ging durch die sozialen Medien, „ich wollte damit andere warnen“, so die Mutter zur „Krone“.
Auf Anfrage der „Steirerkrone“ konnten Vorfälle wie dieser von Seiten der Polizei bestätigt werden. Es soll sich um mehrere junge Frauen handeln, die der 60-Jährige aus dem Bezirk Bruck-Mürzzuschlag in intimen Bereichen fotografiert habe. Tatsächlich konnte von weiteren betroffenen Personen die Identität des Verdächtigen herausgefunden werden. Dies wurde der Polizei zur Anzeige gebracht.
Die Ermittlungen gegen den 60-Jährigen führten zu einer freiwilligen Nachschau in dessen Wohnung sowie zur Beschlagnahme diverser Datenträger. Eine erste Durchsicht der sichergestellten Fotos bestätigten den Verdacht, dass der Mann in einem unbekannten Zeitraum offenbar zahlreiche verschiedene Frauen und Mädchen - auch im bekleideten Intim- bzw. Schambereich - fotografiert hatte. Bei der Einvernahme zeigte sich der Verdächtige umfassend geständig und reumütig. Als Tatmotiv wurde Einsamkeit angeführt.
Die sichergestellten Datenträger werden einer Auswertung durch IT-Experten zugeführt. Der 60-Jährige wird der Staatsanwaltschaft Leoben angezeigt.
Dei Polizei weist aber auch daraufhin, dass die Veröffentlichung von Bildern von Personen ohne deren Zustimmung auch in sozialen Medien zu privatrechtlichen Folgen mit empfindlichen Schadenersatzforderungen führen kann. Dies gilt insbesondere für die Veröffentlichung von Bildern vermeintlich Tatverdächtiger durch Privatpersonen. Bei derartigen Vorfällen führe der einzig gangbare Weg über eine sofortige Anzeige bei der Polizei.












Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).