Am Freitag kletterten die Temperaturen in einem Großteil Österreichs über die 30-Grad-Marke. Wie schon am Vortag war es im Osten am heißesten. Da die Tage mit über 30 Grad wohl bleiben werden, fordern immer mehr Stimmen Anti-Hitze-Maßnahmen von der Regierung. Beispiele sind weniger Betonierungen und mehr Bäume.
Am Freitag wurden an knapp 190 von 280 ZAMG-Wetterstationen mehr als 30 Grad Celsius gemessen. Am heißesten war es um 17 Uhr in Mattersburg (Burgenland), Bad Deutsch-Altenburg und Wolkersdorf (beide Niederösterreich). „Es schaut weiter so aus, dass uns die Tage mit über 30 Grad bleiben werden“, sagte Meteorologe Simon Tschannett. In der Wiener Innenstadt sei bereits der 25. Hitzetag in diesem Jahr gezählt worden, die 45 Tage von 2018 könnten diesmal noch übertroffen werden.
Ärmere können Hitze schwerer entkommen
„Gerade Menschen, die in dieser Hitze arbeiten müssen, sind besonders betroffen, aber auch beispielsweise jene, die in kleinen heißen Wohnungen leben“, sagte SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr in einer Aussendung. Für Menschen mit wenigen finanziellen Mitteln sei es schwieriger, der Hitze zu entkommen. Das fange zum Beispiel damit an, dass sie sich keinen Garten oder Balkon leisten könnten. Selbiges gelte für einen Urlaub. Hier könnten zusätzliche Wald- und Naturflächen Abkühlung und Erholung für alle bringen. Laut Herr sollen zehn Prozent des österreichischen Waldes aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen werden.
Bis zu 70 Grad auf Asphalt
Mit weiteren Vorschlägen ließen Hagelversicherungs-Chef Kurt Weinberger und Meteorologe Simon Tschannett am Freitag aufhorchen. Sie forderten einen „Stopp der Zubetonierung Österreichs“ und, wie Herr auch, eine Umsetzung des weiterhin ausständigen Klimaschutzgesetzes. Laut Tschannett könnten Betonflächen in der Innenstadt Temperaturen bis zu 50 Grad erreichen, dunkel asphaltierte Flächen sogar bis zu 70 Grad. Österreich habe im EU-Vergleich zudem mit 1,67 Quadratmetern die größte Supermarktfläche pro Kopf und das längste Straßennetz pro Person (15 Meter), ergänzte Weinberger. Auf der anderen Seite würden Immobilien in der Größenordnung der Stadt Wien (40.000 Hektar) leer stehen.
Um das Ausmaß der Versiegelung in den Griff zu bekommen, brauche es ein finanzielles Anreizsystem für den Altbestand, einen Schutz der wertvollsten Böden vor Verbauung wie in der Schweiz und eine neue Raumordnung. „Die Natur braucht uns nicht, wir brauchen die Natur“, schloss Weinberger.








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