02.07.2022 06:00 |

Die aktuellen Zahlen

Droht ein Lehrermangel in den steirischen Schulen?

Die Diskussion um (künftige) Pädagogen sorgt für viel politischen Zündstoff, besonders Bildungsminister Martin Polaschek steht in der Kritik. Wie in der Steiermark entgegengesteuert wird.

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Wie viele Lehrer gibt es in der Steiermark?
Laut Bildungsdirektion unterrichten 15.200 Pädagogen, davon 9800 in allgemeinbildenden Pflichtschulen und 5400 in weiterführenden Bundesschulen. Diese Zahlen seien stabil.

Wie viele Stellen sind derzeit offen?
247 Stellen sind bis 7. Juli ausgeschrieben, im Herbst folgt eine weitere Ausschreibung. „Es kann durchaus eng werden“, heißt es von der Bildungsdirektion. Man sei aber zuversichtlich, den Personalbedarf für das kommende Schuljahr zu decken.

Wo ist die Stellenbesetzung besonders schwierig?
Während es in den Ballungszentren einen Überhang an Bewerbungen gibt, ist die Lage in peripheren Regionen schwieriger. Oftmals zu wenig Bewerbungen gibt es etwa in der Mittelschule für Fächer wie Mathematik und Physik.

Wie sieht es um den „Nachwuchs“ aus, wie viele Lehramtsstudenten gibt es?
Am gesamten Standort Graz (Universität Graz, PH, KPH, TU Graz und Kunstuni) sind etwa 7500 Bachelor- und 1500 Master-Studien belegt, sagt Selina Weigl, die Leiterin des Zentrums für PädagogInnenbildung an der Uni Graz. Jeder Studierende muss dabei zumindest zwei Fächer belegen. Am beliebtesten ist Englisch (über 1000 Studenten), es folgen Deutsch, Geschichte, Geografie und Mathematik.

Die Pädagogische Hochschule, wo auch Volksschullehrer ausgebildet werden, nennt aktuell etwa 3000 Studenten in der Ausbildung. Diese Zahl ist laut Rektorin Elgrid Messner stabil, im Herbst dürfte man kurzfristig eine zusätzliche Gruppe Studierender für die Primarstufe aufnehmen können.

Minister Martin Polaschek will Quereinsteiger in den Beruf der Lehrer forcieren. Welche Vorbereitungen gibt es dazu in der Steiermark?
Die PH Steiermark ist eine von vier Standorten in Österreich, in denen Quereinsteiger ausgebildet werden. Die Vorbereitungen für die Ausbildung sind abgeschlossen, es wird laut Vizerektorin Regina Weitlaner mit 60 Studenten gerechnet. Sie müssen zuvor bereits zwei Jahre mit einem Sondervertrag in einer Schule beschäftigt sein.

Welche weiteren Maßnahmen gibt es gegen einen drohenden Lehrermangel?
Die Bildungsdirektion nennt etwa die einvernehmliche Erhöhung des Beschäftigungsausmaßes von Lehrpersonen und die Mitverwendung von Lehrpersonal an anderen Standorten. Es gibt einen Pool von 300 Studenten, auf den zurückgegriffen werden kann. Einige Pädagogen kehren aus dem Ruhestand zurück.

An der Uni Graz versucht man Masterstudierenden, die bereits unterrichten, einen raschen Abschluss zu ermöglichen, etwa durch den Ausbau von digitalen Lehrangeboten und Lehrveranstaltungen zu Randzeiten. 

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