Wohnen ist kaum mehr leistbar, mit Kindern ist oft zu wenig Platz, im Alter dann zu viel, ein Neubau versiegelt Boden: Ein steirisches Unternehmen hat eine Lösung für das Dilemma.
Innerhalb von drei Stunden ist sie fertig montiert und beziehbar, die 25 m² große, voll ausgestattete Wohnung. Längs oder quer wird sie einfach in ein Stahlbeton-Gerüst eingeschoben, sie ist vergrößerbar und flexibel: Ein Tiefstapler bringt sie an einen anderen Ort.
Solche Wohnmodule gibt es zwar schon länger, die Idee, sie komplett vom Rohbau zu trennen, ist aber einzigartig. In der Grazer Starhemberggasse gibt es den „vertikalen Campingplatz“ seit Herbst. „Unser Demoprojekt“, sagt Florian Stadtschreiber, Chef von Kiubo. Nachdem das Projekt in Pischelsdorf technisch bestanden hat, wird nun gestalterisch ausprobiert.
„Dann brauche ich nur noch einen Stellplatz“
400 Euro alles inklusive zahlen die Mieter für die vorgefertigte Holz-Einheit, auch ein Kauf ist ab 75.000 Euro möglich. Der Vorteil: „Beim Kauf bin ich nicht auf ein fertiges Gebäude angewiesen“, so Gernot Ritter, der die Idee als Architekt begleitet. „Dann brauche ich nur noch einen Stellplatz.“
Ein Skelett mit den richtigen Maßen ist dafür nötig. Dass es noch mehrere davon braucht, ist klar. In Wien und Linz bemüht sich die Firma derzeit darum, in Seiersberg beginnt der Bau für das erste „richtige“ Wohnhaus mit den Modulen im Herbst. Auch bestehende, leerstehende Bauten würden sich anbieten.
Noch sind Fragen zu klären
Und später zieht das Modul einfach mit, etwa nach Wien? Bau- und widmungsrechtlich wirft das Fragen auf. Stadtschreiber: „Wir sind da schon sehr weit, etwa in Österreich und Süddeutschland. Wir wollen das Modul für ganz Europa zertifizieren. Technisch ist es kein Problem.“
Erfordert das Ortsbild aber zum Beispiel ein Satteldach, müsse eben eines obendrauf. Für das Skelett selbst brauche es natürlich auf jedem Grundstück gesondert eine Baubewilligung. Auch darin sieht man wenig Schwierigkeiten.
Barrierefreiheit, Bauwidmungen, Adresszuweisungen müssen neu gedacht werden.
Kiubo-Geschäftsführer Florian Stadtschreiber
Veränderung ist unausweichlich
Betont werden die Chancen: „Barrierefreiheit, Bauwidmungen, Adresszuweisungen müssen neu gedacht werden.“ Der Prozess ist im Laufen und unausweichlich: „Serielle Anfertigung und Vorfertigung werden stark kommen“, so Stadtschreiber. Denn am Bau fehlen Arbeiter, es mangelt an Qualität und Zeit, Ressourcen werden immer kostbarer.
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