16.06.2022 11:00 |

Gefechte in Ostukraine

„Halten den Feind so gut es geht zurück“

In der Ostukraine liefern sich ukrainische und russische Truppen weiter schwere Kämpfe in den Gebieten Luhansk und Donezk. In Richtung der Stadt Bachmut gebe es russische Angriffe „zur Verbesserung der taktischen Lage“, teilte der ukrainische Generalstab am Donnerstag mit. Unter Artilleriebeschuss stünden die Orte Wessele, Soledar, Berestowe und Wowtschojariwka. Besonders hart umkämpft ist weiter die Stadt Sjewjerodonezk. Dort halte die ukrainische Armee „den Feind so gut es geht zurück“, erklärte der Gouverneur von Luhansk.

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In Sjewjerodonezk halten sich nach ukrainischen Angaben noch tausende Zivilisten auf. „Von den 100.000 Einwohnern sind noch etwa 10.000 dort, die Opfer nicht mitgerechnet“, so der Gouverneur der Donbass-Teilregion Luhansk, Serhij Hajdaj, am Donnerstag. Die russische Armee verliere dort „hunderte Kämpfer“, aber bringe stets neuen Nachschub. Sie „setzen die Zerstörung von Sjewjerodonezk fort“.

Es ist die letzte größere Stadt der Region Luhansk, die Russland bisher nicht erobert hat. Ein Teil der Industriestadt steht laut Generalstab weiter unter ukrainischer Kontrolle. Zuletzt schienen die russischen Truppen kurz davor, die Stadt gänzlich unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie zerstörten drei Brücken nach Lyssytschansk, weshalb die verbleibenden ukrainischen Truppen weitgehend abgeschnitten sind.

Beschuss an mehreren Frontabschnitten
Schwere Kämpfe gibt es nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte zudem bei der Separatistenhochburg Donezk. Auch in Richtung von Slowjansk gebe es Angriffsbemühungen der Russen. Artilleriebeschuss gebe es auch an Frontabschnitten in den Gebieten Charkiw, Saporischschja, Cherson und Mykolajiw.

In der Stadt Sumi im Nordosten wurden nach Angaben des dortigen Gouverneurs Dmytro Schywyzkii in der Nacht vier Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet. Sechs weitere Personen seien verletzt worden. Auch der Bezirk Dobropillia an der Grenze zu Russland sei beschossen worden.

Kämpfer aus den USA vermisst
Zwei als freiwillige Kämpfer in die Ukraine gereiste US-Amerikaner werden unterdessen vermisst. Nach Angaben von Angehörigen und US-Abgeordneten vom Mittwoch (Ortszeit) könnten die beiden Männer aus dem US-Bundesstaat Alabama von Russland gefangen genommen worden sein. Alexander Drueke und Andy Tai Huynh hatten demnach als Freiwillige für die ukrainischen Streitkräfte gekämpft und waren zuletzt an Gefechten nördlich der ukrainischen Stadt Charkiw beteiligt.

Die Ukraine verteidigt sich mittlerweile seit fast vier Monaten gegen den von Russland begonnen Angriffskrieg. Die Vereinten Nationen haben bisher mehr als 4400 getötete Zivilisten erfasst, gehen aber - wie auch Kiew - von weitaus höheren zivilen Opferzahlen aus.

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