In Braunauer Lokal

Russischer Koch sorgt sich um zwei Ukrainerinnen

Zwei ukrainische Mütter, die vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Österreich geflüchtet sind, arbeiten seit Mittwoch in der Küche des Gastrolokals „Tafelspitz“ von Jochen Reumüller in Braunau. Diese Tätigkeit tut ihnen gut. Der russische Muslim Mustafa (22) hat beide dort unter seine Fittiche genommen, leitet sie in der Küche an und hilft seinen Schützlingen auch dabei, gut Deutsch zu lernen.
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Kristina (47) und Armine (44) stehen in der Küche des Lokals „Tafelspitz“ in Braunau und bereiten weißen Spargel zu, schälen, putzen und waschen ihn sorgfältig. Die Tätigkeit macht ihnen sichtlich Spaß. Die beiden Ukrainerinnen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflüchtet sind, arbeiten seit Mittwoch als Hilfsköchinnen für den Gastronomen und Caterer Jochen Reumüller (50). „Es hat vier Wochen gedauert, bis die beiden Damen endlich alle erforderlichen Papiere erhalten haben. Jetzt sind wir natürlich umso glücklicher, es geschafft zu haben“, sagt Reumüller, der Personal aus acht Nationen und unterschiedlichster Religionszugehörigkeit beschäftigt.

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Eine gebürtige Russin vom Roten Kreuz hat mich gefragt, ob ich nicht einen Job für die beiden Ukrainerinnen habe. Ich glaube, dass diese Arbeit Kristina und Armine hilft, ihre furchtbaren Erlebnisse besser zu verarbeiten.

Jochen Reumüller (53), Gastronom und Caterer

„Das funktioniert tadellos, ethnische Streitereien haben bei uns keinen Platz.“ Koch Mustafa (22) kümmert sich rührend um die Ukrainerinnen, lernt mit ihnen sogar Deutsch. Das besondere daran: Mustafa ist Russe, der als muslimischer Ingusche vor drei Jahren selbst vor Putin aus dem Land geflüchtet war: „Politik ist unter uns kein Thema. Mich freut, dass sie eifrig lernen und schon Begriffe wie Karotte oder Spargel auf Deutsch sagen können. Ich habe ein gutes Gefühl.“

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