Unfall vorgetäuscht

Ehepaar zahlte 90.000 Euro an falsche Polizisten

„Ihre Tochter hatte einen Unfall!“ Oft wurde bereits vor diesen betrügerischen Anrufen gewarnt, doch leider tappen immer wieder Opfer in die Falle. Wie nun ein Pensionisten-Ehepaar (94, 92) aus dem Bezirk Tulln (Niederösterreich). Gleich 90.000 Euro übergab es den Kriminellen. Die Polizei ermittelt aber nicht nur in diesem Fall. Eine 32-Jährige zahlte 51.000 Euro an einen vermeintlichen Arzt aus Somalia.

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Am Dienstag läutete das Telefon bei dem Ehepaar. Die Anruferin gab sich als Sekretärin der Polizeiinspektion Tulln aus. Sie tischte den Senioren eine Geschichte auf: Deren Tochter habe einen Verkehrsunfall verursacht. 90.000 Euro seien als Kaution fällig, sonst müsse sie in Haft. Bekräftigt wurde die Forderung von einem Mann, der behauptete, Polizist zu sein. Zudem war das Schluchzen der vermeintlichen Tochter zu hören: „Mutti, Mutti, mir geht es so schlecht!“

Die Opfer signalisierten, dass sie genug Geld zu Hause hatten. Bis zur Abholung der Summe durch eine Komplizin knapp zwei Stunden später blieben die Betrüger mit ihren Opfern am Telefon im Gespräch. Erst danach hatte die 92-jährige Zeit, ihre Tochter anzurufen. Als diese jedoch nichts von einem Unfall wusste, war klar: Betrüger hatten zugeschlagen - Anzeige!

Frau nimmt hohen Kredit für „Arzt aus Somalia“ auf
Ermitteln müssen die Beamten auch im Bezirk Krems. Eine 32-Jährige hatte über Facebook einen vermeintlich in einer Militärbasis in Somalia stationierten Arzt kennen- und lieben gelernt. Über einen längeren Zeitraum wurde eine immer intensivere Beziehung aufgebaut, bis der Mann vortäuschte, nun endlich nach Österreich ziehen zu wollen. Doch zuvor würde er eine Box mit Wertsachen vorausschicken. Er bat die Frau, diese anzunehmen. Als sie zustimmte, trudelten wenig später erste Zahlungsaufforderungen des Versandunternehmens ein.

Die 32-Jährige bezahlte Spesen und Zollgebühren, ehe sie schließlich die Nachricht erhielt, dass sich Waren im Wert von 2,5 Millionen Pfund in der Box befinden würden. Um weitere Gebühren zu bezahlen, verschuldete sie sich und überwies insgesamt 51.000 Euro auf Konten in Italien und der Türkei. Erst als sie keinen weiteren Kredit aufnehmen konnte, durchschaute sie den Betrug.

Schwedenofen kam Verkäufer teuer zu stehen
Reingelegt wurde zudem ein Mann aus dem Bezirk Melk. Er wollte einen Schwedenofen verkaufen, doch der Interessent war ein Betrüger. Dieser täuschte vor, über einen Kurierdienst zu bezahlen, und gelangte über einen gefälschten Link an die Kreditkartendaten des Opfers. So zweigte er 1800 Euro von dessen Konto ab.

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