GUTEN MORGEN

Wieder nur Lügen? | „Radikale Begrenzung“

Was darf man davon halten? Bei den russisch-ukrainischen Verhandlungen in der Türkei teilte der russische Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin am Dienstag in Istanbul mit, dass man die Militäraktivitäten bei der Hauptstadt Kiew und im nordöstlichen Tschernihiw „radikal begrenzen“ werde. Der Schritt solle dazu dienen, "gegenseitig Vertrauen aufzubauen und die Bedingungen für weitere Verhandlungen zu schaffen. Und tatsächlich bestätigte wenig später der ukrainische Generalstab einen Teilabzug russischer Truppen aus besagten Gebieten. Echte Hoffnung - oder doch wieder nur eine von Putins unzähligen Lügen?

„Radikale Begrenzung“. Erinnern wir uns an die vielfachen Beteuerungen im Februar, Russland werde die Ukraine nicht angreifen. Erinnern wir uns an die von den Russen verbreiteten Bilder eines angeblichen Teilabzugs von Truppen an der Grenze, die unterstreichen sollten, dass Putin die Ukraine nicht angreifen werde. Erinnern wir uns an Putins Vorwürfe und Kriegsbegründungen von der Ukraine als „Aggressor“ bis hin zur Notwendigkeit einer „Entnazifizierung“ des „Bruderlandes“. Von einem „Genozid“ im Donbass war die Rede. Und dann wurden im Februar Bilder verbreitet vom angeblichen Teilabzug russischer Truppen aus ihrem Aufmarschgebiet an der ukrainischen Grenze. Der Abzug fand nie statt, im Gegenteil: Wenig später überfielen Putins Truppen das Nachbarland in Blitzkriegsabsicht. Misslungen! Doch Putin lügt weiter, spricht noch immer davon, alles liefe nach Plan. Und nun soll man ihm glauben, dass der russische Einsatz in Kiew „radikal begrenzt“ wird? „Radikal begrenzt“ haben den Versuch der Eroberung der Hauptstadt bisher vor allem die ukrainischen Verteidiger - die mit ihrem grenzenlosen Kampfwillen den Angreifern ihre Grenzen aufzeigten. Was also darf man hoffen? Dass nicht alles Lüge ist. Dass die Verhandlungen in Istanbul wenigstens der Anfang von der „Begrenzung“ dieses schrecklichen Krieges ist!

Einen schönen Mittwoch!

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