So, 19. August 2018

Bluttat in Nantes

31.05.2011 19:14

Vater soll Kinder vor der Ermordung betäubt haben

Knapp zwei Monate nach einem Fünffachmord in der nordfranzösischen Stadt Nantes hat die Polizei ein weiteres Detail geklärt: Der seit sechs Wochen flüchtige Familienvater betäubte den Ermittlungen zufolge seine vier Kinder offenbar mit einem Medikament, bevor er sie umbrachte. Bei gerichtsmedizinische Untersuchungen wurden Spuren eines Schlafmittels im Blut der Geschwister gefunden, wie die Staatsanwaltschaft Nantes mitteilte.

Obwohl bisher etwa 500 Hinweise bei der Polizei eingingen, gibt es seit sechs Wochen keine Spur mehr von Xavier Dupont de Ligonnes, der auch des Mordes an seiner Ehefrau verdächtigt wird. Ihre Leiche wies allerdings keine Spuren eines Schlafmittels auf. Das letzte Lebenszeichen des 50-jährigen Franzosen stammt vom 15. April, als er in einem Hotel in der Nähe der Autobahn in der Provence übernachtete.

Drei seiner Kinder und seine Frau waren zuletzt am 3. April gesehen worden, als sie zusammen mit dem Vater in einer Pizzeria essen waren. Tags darauf besuchte der Vater mit seinem ältesten Sohn Thomas ein Restaurant nahe Angers, wo der junge Mann studierte - da waren die Geschwister und die Mutter wahrscheinlich schon tot. Thomas fuhr einen Tag später nach Nantes und starb vermutlich in der darauffolgenden Nacht.

Leichen unter der Terrasse verscharrt
Am 21. April fand die Polizei die Leichen der Frau und ihrer vier Kinder unter der Terrasse ihres Hauses in Nantes verscharrt, nachdem der Familienvater mehrere abstruse Abschiedsbriefe an Verwandte geschickt hatte. Er gab darin an, im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes mit seiner Familie in die USA auswandern zu müssen.

Den Ermittlern zufolge starben die vier Kinder im Alter von 13 bis 20 Jahren und ihre Mutter durch gezielte Kopfschüsse - ebenso wie die beiden Hunde der Familie. Die Tatwaffe wurde nicht gefunden. Es handelt sich um ein Gewehr, wie Dupont de Ligonnes es von seinem Vater geerbt hatte und für das er im März Munition gekauft hatte.

Vater arbeitetet als Hoteltester
Die Ermittlungen hätten erbracht, dass der Gesuchte heimlich als Tester für eine Hotelkette gearbeitet habe, sagte Staatsanwalt Xavier Ronsin in Nantes. Es gebe bisher aber keinen Hinweis darauf, dass Dupont de Ligonnes seine falschen Namen aus dieser Tätigkeit zu "etwaigen Betrügereien" ausgenutzt habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.