16.03.2022 16:28 |

Aus Belarus & Ukraine

Olympiamedaillengewinnerin floh zum zweiten Mal

Zum zweiten Mal in ihrem Leben ist Alexandra Herasimenia auf der Flucht. Diesmal aber unter noch dramatischeren Umständen. Die frühere Schwimmerin und dreifache Olympiamedaillengewinnerin stammt aus Belarus und hatte vor einiger Zeit in ihrer Heimat ihre Meinung geäußert, danach durfte die Leiterin von Schwimmkursen für Kinder kein Schwimmbad mehr benutzen. Sie floh in die Ukraine. Nun musste Herasimenia wegen der russischen Invasion auch ihr neues Zuhause zurücklassen.

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„Vor eineinhalb Jahren waren wir diejenigen, die für ihre Rechte, ihre Freiheit kämpften“, erklärte Herasimenia, die 2012 Silber über 50 und 100 m Kraul geholt und 2016 Bronze über 50 m Kraul geholt hatte. „Wir haben die Europäer, Amerikaner und alle in der Ukraine um Hilfe gebeten. Wir haben davor gewarnt, dass (Alexander) Lukaschenko sehr gefährlich ist.“ Sie war damals unter jenen Top-Athleten von Belarus, die das Land verlassen haben, nachdem ihrer Meinung nach der Wiederwahl von Präsident Lukaschenko im August 2020 gefälscht gewesen war.

Nun, da Belarus als Aggressor an der Invasion beteiligt ist, stehen auch ihr Geburtsland und ihre Landsleute international geächtet da. „Es ist, als wäre das nie passiert“, bezog sie sich auf die eigenen Schwierigkeiten vor eineinhalb Jahren. „Es wird kein Unterschied zwischen jenen gemacht, die Lukaschenko unterstützen, und jenen, die gegen ihn gekämpft haben.“

Die Flucht aus der Ukraine war für Herasimenia ein Alptraum. Eineinhalb Tage hing sie mit Tausenden anderen an der Grenze zu Polen fest. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Olympia-Schwimmer Yauhen Tsurkin, ihrer Mutter und ihrer dreieinhalb-jährigen Tochter. Auf der zwölfstündigen Autofahrt zur Grenze immer wieder von Explosionen aufgeschreckt, erklärte die Ex-Sportlerin ihrer Tochter, es handle sich nur um den Donner eines Gewitters.

krone Sport
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