03.03.2022 09:31 |

Warnung vor Lkw-Lawine

Logistikcenter: Zweifel an Verlagerung auf Schiene

Das geplante Logistikzentrum bei Villach zwischen Südautobahn und Dobratsch soll dank seiner Nähe zum Verschiebebahnhof Fürnitz den Verkehr auf Schiene bringen. Umweltschützer halten das aber für einen frommen Wunsch. Sie bezweifeln dieses Argument ebenso wie die prognostizierten 1000 Arbeitsplätze.
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Alplog Nord soll, wie berichtet, das grünste Logistikzentrum Europas werden. Obwohl der Verschiebebahnhof rund 400 Meter vom 18 Hektar großen Areal entfernt ist, soll die Schiene den Schwerverkehr größtenteils ablösen, verspricht Bürgermeister Günther Albel: „Es geht nämlich nicht um die paar Meter von Federaun nach Fürnitz, sondern um die Fernstrecken nach Koper, Triest und Richtung Norden!“

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Alle politischen Ebenen arbeiten an dem milliardenschweren Ziel, Straßenvermeidung europaweit im großen Stil zu betreiben. Alles kommt auf Schiene!

Günther Albel, Bürgermeister der Stadt Villach

Für das Logistikzentrum muss die Schütter Straße verlegt und entlang der Autobahn geführt werden. Gleichzeitig wird ein unterirdisch geführter Bach freigelegt. Alplog bringe unzählige Vorteile für die Region, glaubt Albel: „Die ÖBB investieren 99 Millionen Euro, weil ihnen klar ist, dass der Standort in AAA-Lage an der Baltisch-Adriatischen Achse liegt. Wenn Federaun unser Tor zu den Weltmärkten öffnet, werden hier an die 1000 Arbeitsplätze entstehen!“

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Es ist Wunschdenken, dass es die Waren aus Federaun jemals auf einen Zug schaffen werden. Was einmal auf einem Lkw ist, wird auch damit transportiert!

Gerald Dobernig, Verkehrs- und Umweltstadtrat

Verkehrs- und Umweltstadtrat Gerald Dobernig bezweifelt, dass die Waren auf Güterzüge verladen werden, wenn sie sich einmal auf einem Lkw befinden: „Das Logistikzentrum Inzersdorf bei Wien befindet sich sogar noch näher an den Schienen. Dort rollt trotzdem die Lkw-Lawine!“ Das Logistikzentrum Fürnitz auszubauen, wäre nicht nur umwelttechnisch die bessere Wahl, meint Dobernig: „Auf der anderen Seite der Gail gibt es dafür ausreichend Grundstücke.“ Der Stadtrat bezweifelt auch die Zahl neuer Jobs. Er rechnet mit etwa 200 Arbeitsplätzen.

Warum der Standort immer mehr zum Zankapfel wird, lesen Sie morgen in Ihrer „Kärntner Krone“!

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