Wartung in Mellach

Im größten Gaskraftwerk steht eine Turbine still

Steiermark
26.02.2022 06:30

Premiere im leistungsstärksten Gas-Kombikraftwerk Österreichs in Mellach: Nach zehn Jahren wird derzeit die erste der beiden Turbinen ausgehoben und gewartet, die zweite läuft derweil weiter - und produziert neben Strom auch Fernwärme für Graz. Ob das auch nächsten Winter der Fall ist, darüber wird derzeit verhandelt.

Wie weit wird der Gaspreis noch steigen? Dreht Russland gar den Gashahn zu? Diese Fragen schaffen Unsicherheiten und Ängste. Unmittelbar betroffen ist das vor zehn Jahren eröffnete Gas-Kraftwerk in Mellach südlich von Graz. „Die Gaslieferungen werden kurz- und mittelfristig über die Gasbörsen und über Handelspartner beschafft, wobei vor allem die aktuelle geopolitische Situation, die allgemeine Nachfragesituation und die Speicherfüllstände preistreibend sind“, heißt es vom Kraftwerksbetreiber Verbund zur „Krone“.

Das Gaskraftwerk in Mellach (Bild: Sepp Pail)
Das Gaskraftwerk in Mellach

Nach 1000 Starts ist Pause notwendig
Das Kraftwerk wird vor allem bei Strom-Engpässen (etwa wenn kein Wind weht) zur Stützung der Netze eingesetzt und kann innerhalb von ein bis drei Stunden hochgefahren werden. Meist erfolgt die Anforderung am Vorabend für den nächsten Tag. Bei einer der beiden Gasturbinen war das bereits gut 1000-mal der Fall - daher wurde nun der elf Meter lange und 120 Tonnen schwere Turbinenläufer ausgehoben und wird einige Wochen lang gewartet.

Fernwärme-Vertrag wird neu verhandelt
Die zweite Turbine ist aber weiter im Einsatz, ihre Inspektion wird in etwa eineinhalb Jahren erfolgen. Sie produziert auch Fernwärme für Graz. Der Fernwärmeliefervertrag mit der Energie Steiermark läuft übrigens nach Ende dieser Heizperiode aus, über eine Verlängerung wird verhandelt. „Es gibt positive Signale“, so die Energie Steiermark.

Unmittelbar neben dem Gaskraftwerk steht in Mellach das alte Kohlekraftwerk, das seit Kurzem auch nicht mehr als mit Erdgas betriebene Reserve zur Verfügung steht. Geforscht wird dafür seit zwei Jahren vor Ort daran, mit einer Pilotanlage Wasserstoff für den Antrieb der Turbine zu produzieren.

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