Schlossmuseum

Johann Jascha: Jubiläumsschau zeigt sein Frühwerk

Viele Oberösterreicher kennen seine abstrakten Gemälde in intensiven Farben und unverwechselbarem Stil. Doch nicht jeder weiß, dass Johann Jascha noch eine ganz andere Seite als Performance-Künstler hat. Im Schlossmuseum zeigt man zu seinem 80er mit der Schau „Jaschareien“ genau diesen Teil seines Schaffens.

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„Das Alter reizt mich positiv, aber ich spüre mich noch genauso wie am Beginn. Geburt und Alter werden jetzt eins“, erzählt der oberösterreichische Künstler Johann Jascha beim Rundgang durch die neue Ausstellung „Jaschareien“ im Linzer Schlossmuseum, die er für sehr gelungen hält. Anlässlich seines 80ers hat die OÖ Landes-Kultur GmbH eine Jubiläumsausstellung kreiert, die sich auf seine Performance- und Aktions-Arbeiten konzentriert.

Denn die Kultur GmbH setzt einen Schwerpunkt auf Performance-Kunst - bisher sah man das aber nur am Standort Francisco Carolinum. Aus Zeit- und Platzgründen gibt es jetzt also auch im Schloss Performances. Und was für welche: Johann Jascha stört mit einer seiner Schreiaktionen die Olympischen Spiele in München 1972 so sehr, dass sie unterbrochen werden mussten. Er kämpft sich in der Aktion „Akademische Kunstverhunzelung“ brüllend durch eine Gummihaut und stört mit Urlauten Ausstellungseröffnungen von Arnulf Rainer: „Der Schrei ist ein Projektil, das nicht tötet“, sagt der Künstler über sein Markenzeichen. Er habe damit immer aufwecken und für Freiheit und Individualismus kämpfen wollen.

Bei all seinen Aktionen benutzt Jascha seinen eigenen Körper als Skulptur, er kultiviert das Hässliche und Grausliche. Den Höhepunkt hatten seine meist unangekündigten Performances in den 70er-Jahren - und obwohl er danach den Fokus auf andere Techniken wie das Zeichnen legte, gab er seinen Aktionismus nie auf. Daher ist in der Schau, die von Michaela Seiser in enger Abstimmung mit dem Künstler kuratiert wurde, auch eine erst zwei Wochen alte Aktion zu sehen.

Die meisten Performances werden im Schlossmuseum anhand von Fotografien präsentiert, doch es gibt auch Filme, Videos und zum Drüberstreuen Zeitungsartikel aus den 70ern, die freilich selten ein gutes Haar an Jascha ließen...

„Jaschareien. Johann Jascha - Aktionen“; ab sofort bis 29. Mai; Infos: www.ooekultur.at 

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