Antikörper leben lang

Schwangere schützen mit Corona-Impfung ihre Kinder

Wissenschaft
23.02.2022 10:13

Schwangere sind besonders durch einen schweren Covid-19-Verlauf gefährdet. Deshalb sollten sie nach Meinung vieler Mediziner auf jeden Fall zur Impfung gehen. Sie schützen sich damit selbst, genauso aber auch ihre Babys durch „mütterliche“ Antikörper. Das funktioniert viel besser als mit einer riskanten durchgemachten Corona-Infektion während der Schwangerschaft. Das hat eine Studie am Massachusetts General Hospital im US-Bundesstaat Boston ergeben.

Die Forscherin Lydia Shook und ihre Co-Autoren untersuchten für die Studie 77 Frauen, die in der 20. bis 32. Schwangerschaftswoche mit einem mRNA-Impfstoff immunisiert worden waren. Hinzu kamen zwölf Schwangere, die ohne Impfung eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht hatten.

„Geimpfte hatten deutlich mehr Antikörper“
Im Mittel brachten die Frauen, die zwischen 34 und 35 Jahre alt waren, ihre Kinder zwischen der 38. und 39. Schwangerschaftswoche zur Welt. Zum Zeitpunkt der Entbindung nahm man bei den Müttern und im Nabelschnurblut Proben auf Antikörper gegen das Spike-Protein des Virus. Nach zwei und sechs Monaten wurden auch die Kinder darauf untersucht. Das Ergebnis war eindeutig: „Geimpfte Mütter hatten zum Zeitpunkt der Entbindung signifikant höhere Konzentrationen an Antikörpern im Blut“ als Mütter nach einer Infektion, schrieben die Autoren in der Studie, die online im Journal der American Medical Association veröffentlicht wurde. 

In Österreich wird die Corona-Impfung für Schwangere empfohlen, von der Pflicht dazu sind sie aber ausgenommen. (Bild: stock.adobe.com)
In Österreich wird die Corona-Impfung für Schwangere empfohlen, von der Pflicht dazu sind sie aber ausgenommen.

Besonders bemerkenswert ist die zweite Beobachtung der US-Wissenschaftler: Bei den Babys der geimpften Schwangeren gab es eine deutlich längere Antikörperantwort, als bei jenen, deren Mütter eine Infektion durchgemacht hatten. Sechs Monate nach der Entbindung hatten noch 57 Prozent der Kinder mit geimpften Müttern Antikörper im Blut. Das war nur bei einem der zwölf Kinder von Frauen der Fall, welche in der Schwangerschaft Covid-19 gehabt hatten (acht Prozent). Im Alter von zwei Monaten waren durch die Impfung der Mutter während der Schwangerschaft 98 Prozent der zu diesem Zeitpunkt untersuchten 49 Kinder Antikörper-positiv gewesen.

„Ergebnisse sollten Schwangere überzeugen“
„Obwohl es noch unbekannt ist, wie hoch die Konzentration von Antikörpern bei Babys sein muss, um einen Schutz gegen Covid-19 zu bieten, sollten diese Ergebnisse Schwangere nur noch mehr von der Impfung gegen SARS-CoV-2 überzeugen“, bekräftigen die Wissenschaftler.

Für Babys, die schließlich noch nicht geimpft werden können, sind „mütterliche“ Antikörper in den ersten Lebensmonaten besonders wichtig. Das gilt für viele Infektionen, die auch Neugeborene betreffen und durch Impfung der Mütter auf diese Weise verhindert werden können.

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