15.02.2022 12:58 |

Zum 80. Geburtstag

Peter Willburger: Radierung ist kein Multiplikator

In diesem Jahr würde Peter Willburger seinen 80. Ehrentag feiern. Laut Kritikern ist er einer der wichtigsten Gegenwartsgrafiker und kann mit Künstlern wie Rembrandt, Dürer oder Morandi gleichgestellt werden. Für das Jubiläum hat der „Kunstverein Peter Willburger“ Ausstellungen organisiert. Heute wird eine davon in der Galerie Nothburga eröffnet.

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Der nach seinem Tod 1998 von seiner Witwe Eva mit Vertretern der österreichischen Kunst- und Kulturszene gegründete „Kunstverein Peter Willburger“ veranstaltet zum 80. Geburtstag des großen und bedeutungsvollen Grafikers unter dem Titel „Zeitlose Metamorphosen – Peter Willburgers Radier- und Aquarellkunst“ von Februar bis Juli 2022 vier Ausstellungen, nämlich in Hall in Tirol (Raiffeisen Regionalbank, Burg Hasegg), Innsbruck (Galerie Nothburga) und Salerno in Italien. Unterstützt wird dieses Projekt vom Land Tirol, von der Stadt Hall in Tirol, der Raiffeisen Regionalbank Hall in Tirol und der Druckerei Ablinger & Garber. Zu diesen Veranstaltungen wurde eine Sonderveröffentlichung in deutscher Sprache produziert, die grafisch von Dominik Schubert und Stefan Laezza Willburger gestaltet wurde.

Jungvermählt, ohne Geld zu Studien nach Italien
Peter Willburger wurde 1942 in Hall in Tirol geboren. Anfang der 1960er Jahre lernte er seine Frau Eva kennen, die damals die Handelsakademie in Innsbruck absolvierte. Da Willburger ein Begabten-Förderungsstipendium des Landes Tirol erhielt, verbrachte er 1963 seinen ersten Studienaufenthalt jungvermählt mit seiner Frau Eva in Süditalien. Aus ihren unzähligen Erinnerungen heraus kann Eva Willburger Folgendes aus diesen Jahren erzählen: „Wir zogen ohne Geld mit zwei Kartons und mit beglaubigter Erlaubnis unserer Eltern, da wir ja noch nicht volljährig waren, nach Italien. Dazu benötigten wir wegen der geschlossenen Grenzen (Südtirol-Krise) auch ein Visum. Eigentlich wollten wir nur zwei bis drei Jahre bleiben, schlussendlich wurden es 30 Jahre. Peter war so vom mediterranen Licht Amalfis fasziniert und konnte untertags ungestört und konzentriert arbeiten. Unsere Tochter ging zur Schule und ich arbeitete als Exportmanagerin in einer Fliesenfirma“.

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Peter predigte seinen Studenten immer, dass die Radierung ein eigenständiges Mittel der Kunst und nicht die Hure der Malerei sei.

Eva Willburger, Witwe und Nachlassverwalterin des Ausnahmekünstlers

30 schaffensreiche Jahre unter südlicher Sonne
Peter Willburger fuhr in diesen Jahrzehnten unter der von ihm so geliebten Sonne des Südens auch oft nach Florenz und Rom, wo seine Radierungen entstanden. Im Zentralinstitut für Grafik, nahe des Trevi Brunnen, hatte Willburger eine Sondergenehmigung, um darin zu arbeiten. Laut seiner Witwe war Peter Willburger ein Kämpfer gegen die Vervielfältigung von Werken: „Hier wurde Schindluder betrieben. Peter kämpfte wie Don Quijote dagegen an und predigte immer in seinen Seminaren seinen Schülern, dass die Radierung ein eigenständiges Mittel der Kunst und nicht die Hure der Malerei sei und dass sie die Radierung nicht als Multiplikator verwenden sollen.“ 

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