11.02.2022 13:19 |

Trauerschmerzensgeld

Kärntner starb an Corona: Witwe will 20.000 Euro

Das Thema Corona kann Familien nicht nur bei der Einstellung zum Impfen entzweien, sondern auch weit darüber hinaus: Nachdem ihr Ehemann im Frühjahr 2021 nach einer Infektion gestorben ist, fordert eine Kärntnerin nun 20.000 Euro Trauerschmerzensgeld - von einem Mann aus ihrem Verwandtenkreis. Dieser soll den Verstorbenen bei einer Osterfeier angesteckt haben, nachdem er einem Test-Wunsch nicht nachgekommen war.

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Seine Mandantin habe vor der Osterfeier massive Bedenken wegen der Corona-Situation gehabt, schilderte der Anwalt der Witwe, Dario Paya. Damals seien schließlich noch nicht allzu viele Menschen gegen SARS-CoV-2 geimpft gewesen. Sie habe sich trotzdem entschlossen, die Feier auszurichten - aber mit der Auflage, dass sich alle Gäste im Vorfeld einer behördlichen Testung unterziehen. Im Nachhinein habe sich aber herausgestellt, dass der Partner einer Verwandten nur einen - negativ ausgefallenen - Wohnzimmertest gemacht habe.

Teilnehmer nicht beim Contact Tracing angegeben
Allerdings dürfte der Mann bei der Feier bereits positiv gewesen sein und dort den später verstorbenen etwa 70-Jährigen und weitere Gäste angesteckt haben. Er selbst dürfte sich bei einem Arbeitskollegen angesteckt haben - ob er von der Infektion zum Zeitpunkt der Feier wusste, ist aber nicht klar. „Er hätte es wissen müssen“, so Paya. Drei Tage danach sei der Mann schließlich positiv getestet worden. Was der Anwalt darüber hinaus kritisiert: Der Mann habe die Teilnehmer der Osterjause nicht beim Contact Tracing angegeben.

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Er hätte es wissen müssen und soll die Verantwortung übernehmen.

Der Anwalt der Witwe

Noch keine Klage, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eingestellt
Die Infektion der Witwe habe sich dann in Vorbereitung auf eine Operation herausgestellt, die ihres Gatten kurz darauf. „Noch während sie im Krankenhaus war, hat sich der Zustand ihres Ehemannes drastisch verschlechtert. Er musste in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden und starb an den Folgen einer Corona-Infektion“, so der Anwalt laut Zeitung. Man habe den Verwandten aufgefordert, außergerichtlich Schadenersatz zu zahlen, Klage gebe es noch keine. Aber eine Anzeige - die Ermittlungen in dem Fall wurden von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt jedoch eingestellt.

Paya betonte am Donnerstag gegenüber der APA, es gehe in der Sache nicht um Geld - der Betroffene solle lediglich die Verantwortung übernehmen, dann würde man auf jedwede finanzielle Forderung verzichten.

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Mein Mandant ist daran nicht schuld.

Der Anwalt der Gegenseite

Laut dem Anwalt der Gegenseite, Philipp Tschernitz, ist sein Mandant nicht schuld an der Tragödie. Er habe vor der Osterjause nicht gewusst, dass er Corona-positiv war. Erst nach der Feier habe er erfahren, dass sein Arbeitskollege positiv getestet worden war. 

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