10.02.2022 16:55 |

228 Tote im Jahr 2009

Prozess zu Air-France-Absturz soll 2022 beginnen

Mehr als dreizehn Jahre nach dem Absturz von Air-France-Flug AF447 von Rio de Janeiro nach Paris mit 228 Todesopfern müssen sich Airbus und Air France im kommenden Herbst wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Der Prozess in Paris soll vom 10. Oktober bis zum 8. Dezember stattfinden.

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Die Maschine war am 1. Juni 2009 über dem Atlantik abgestürzt (siehe Video oben). 228 Passagiere sowie die Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, darunter auch eine Tirolerin und 28 Deutsche.

Piloten setzten keinen Notruf ab
Die Maschine war zuvor in ein schweres Gewitter geraten. In mehr als 11.000 Metern Höhe vereisten die Sensoren, sodass die Piloten keine Angaben zur Geschwindigkeit der Maschine mehr hatten. Der Pilot und die beiden Co-Piloten des Todesflugs hatten zuvor noch vergeblich versucht, die Maschine in den Griff zu bekommen, zwei Mann hantierten gleichzeitig am Steuerknüppel. Dies warf die Frage auf, ob die Piloten für Extremsituationen wie diese überhaupt geschult worden waren. Ein Notruf wurde nicht abgesetzt.

Flugdatenschreiber aus 4000 Metern Meerestiefe geborgen
Auch hatten die Piloten nicht auf Warnungen im Cockpit reagiert, als das Flugzeug nach einem Strömungsabriss an den Tragflächen in einem knapp vierminütigen Sinkflug aus 11.500 Metern Höhe ins Meer stürzte. Die Flugdatenschreiber des Unglücksflugzeugs sowie die letzten Leichen wurden erst im Jahr 2011 aus 4000 Metern Meerestiefe geborgen

Strafprozess wegen fahrlässiger Tötung angeordnet
Nachdem ein Verfahren gegen Air France und den Flugzeugbauer Airbus 2019 zunächst eingestellt worden war, hatte das Pariser Berufungsgericht im vergangenen Mai einen Strafprozess wegen fahrlässiger Tötung angeordnet. Die französische Generalstaatsanwaltschaft hält es für erwiesen, dass Air France die Piloten trotz mehrerer Zwischenfälle nicht ausreichend auf technische Mängel bei dem Airbus A330 hingewiesen hatte.

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