Verspätete Anreise

Teresa Stadlober will „den Körper durchputzen“

Olympia
03.02.2022 11:42

Langläuferin Teresa Stadlober nimmt am Samstag (8.45 Uhr) mit dem Skiathlon ihre dritten Olympischen Spiele in Angriff, mit einer anderen unmittelbaren Vorbereitung als geplant. War der Jänner mit guten Ergebnissen bei der Tour de Ski und dann konzentriertem Training u.a. in der Höhe der Tauplitzalm vorerst gut gelaufen, musste sie ihre Anreise nach China wegen Ct-Werten im Grenzbereich um vier Tage verschieben. Erst am Donnerstag ging es auf die Olympia-Loipe. Aufgrund der verspäteten Anreise gilt es erst einmal „den Körper durchzuputzen“.

Und das mit schweren Beinen, nachdem Stadlober am Vortag im Olympischen Dorf von Zhangjiakou angekommen war. „Ich habe wenig Zeit, mich anzupassen“, sagte die seit Dienstag 29-Jährige nach ihrer Einheit. „Normal gehe ich am ersten Tag nicht auf die Strecke, aber hier musste ich schon, weil die Zeit rennt ein bisschen für mich. Man reist immer ein bisschen früher an, dass man sich gut anpassen und erholen kann. Das war in meinem Fall nicht so.“

Verspätete Anreise
Seit Donnerstag vergangener Woche habe sie durchgehend negative Corona-Tests abgegeben, das Wahrnehmen des für Freitag geplant gewesenen Abflugs schien aber zu riskant - um nach der Anreise nicht in Quarantäne zu müssen sowie auch andere Aktive nicht zu gefährden. Mit ihr seien die Norwegerinnen angereist, allerdings nicht die positiv gewesene Heidi Weng. Generell seien ihre Erwartungen für den Skiathlon durch die Umstände nun niedriger als ursprünglich, so Stadlober.

Die späte Anreise und der Stress lasse sie kein Platzierungsziel formulieren. „Das hat mich mental schon beschäftigt. Ich muss schauen, wie es mit dem Schlafen und der Erholung funktioniert. Ich hoffe, dass ich im Laufe der Spiele wieder zurückkomme. Für den Einzelbewerb (10 km klassisch/10. Februar, Anm.) schaut das sicher schon ganz anders aus.“ Für danach hat Stadlober für 16. Februar mit Lisa Unterweger den Teamsprint und für 20. Februar 30 km Skating eingeplant.

„Da haben sie gescheit etwas hergebaut“
Ihr erster Eindruck von der Strecke nach rund einstündigem Training sei gut. „Ganz cool, da haben sie gescheit etwas hergebaut. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll. Es sind sehr viele und lange Anstiege. Nicht so extrem steil wie in Oberstdorf, aber man muss immer arbeiten. Die 7,5-km-Runde für den 30-er finde ich sehr spannend. Das ist, glaube ich, die schwerste Runde, die kommt mir entgegen.“ Erschwerend sei der Wind. „Der macht es einfach viel kälter in den Abfahrten.“

War sie am Samstag im Skating-Stil unterwegs, soll es am Freitag in kürzeren, schnelleren Intervallen klassisch werden. „Ein bisschen den Körper durchputzen. Der ist ein bisschen runtergefahren durch die Reise.“ Übertreiben will sie es dabei aber nicht, da am Samstag ein hartes Rennen über je 7,5 km in Klassik und Skating wartet. „Der Skiathlon ist das schwierigste Rennen, denn jeder kommt frisch und motiviert“, sagte Stadlober, bei der das nun eben nicht ganz so der Fall ist.

Dichte extrem hoch
Generell sei die Dichte bei den Frauen seit Pyeongchang 2018 viel höher geworden. „Es sind viel mehr unterschiedliche Nationen, die Top Ten laufen können. Jetzt ist es viel schwerer, Top 10, Top 6 oder auf das Podium zu laufen.“ Demzufolge hätte für sie eine Platzierung wie bei den Korea-Spielen mehr wert. Konkret war die Tochter von ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober damals Skiathlon-Siebente sowie jeweils Neunte über 10 km Skating und 30 km klassisch mit Massenstart.

Auf diesen Bewerb am Schlusstag spitzt Stadlober ein wenig, auch wenn geskated wird. „Ich habe keine Staffel zu laufen, keinen Sprint. Daher kann ich mich besser vorbereiten auf das letzte Rennen und bin eventuell ein bisschen frischer. Es müssen die anderen erst durchstehen bis zum Schluss. Mental muss man sehr stark sein. Ich habe es immer geschafft bei einem Großereignis, mental gut drauf zu sein.“ Zu dieser mentalen Stärke möchte sie im Lauf der Spiele nun wieder kommen.

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