Stephanie Brunner hat bei Olympia in China nur eine Mission, und die heißt Riesentorlauf. Um überhaupt nicht erst auf andere Gedanken zu kommen, blieben die Slalomski daheim. Bisher noch ohne Glück bei Großereignissen und 2018 von den Spielen in Pyeongchang „überfordert“, sieht sie sich dieses Mal gut vorbereitet. „Ich habe da sehr viel mitnehmen können, ich weiß, was alles auf mich zukommen kann, ich habe sehr viel gelernt. Warum nicht jetzt?“, fragte sie selbstbewusst.
Auf das Schlimmste sei sie eingestellt gewesen vor der Reise zu den Winterspielen nach Peking, erzählte die 27-Jährige. „Ich bin sehr positiv überrascht. Ich habe mich ein bisserl eingelebt, alles besichtigt, zwei Trainings hinter mir. Dass wir uns im Dorf frei bewegen können, ist uns sehr wichtig. Und das Skigebiet ist ein Wahnsinn, was die da raufgebaut haben“, kam sie rasch zum Kern der Sache. „Da staunt man schon. Als Skifahrer sehen wir sehr viel, aber das ist schon gigantisch.“
Und die Piste scheint äußerst resistent zu sein. „Es ist gewaltig. Da können hundert Leute runterfahren, da tut sich einfach nix. Da kann die letzte Nummer im Rennen noch gewinnen.“ Es werde ein sehr faires Rennen, sofern der Wind nicht einen Strich durch die Rechnung mache. „Am zweiten Tag hat es mich fast wieder rückwärts raufgeblasen. Das kann im Rennen auch passieren. Es heißt sich einfach darauf einzustellen und mit einem guten Mindset ins Rennen zu gehen.“
Bei den Olympischen Spielen vor vier Jahren schied Brunner im Riesentorlauf im zweiten und im Slalom im ersten Durchgang aus. Bei Weltmeisterschaften steht ein fünfter Platz 2017 im Riesen zu Buche, 2019 fehlte sie wegen schwerer Knieverletzung, 2021 sah sie im Finallauf das Ziel nicht. „Bei Großereignissen war ich nur 2017 gut unterwegs, sonst habe ich noch nicht so gute Ergebnisse einfahren können.“
Im laufenden Winter ist sie ebenfalls weit unter ihren Möglichkeiten geblieben. Als Neunte im zweiten Courchevel-Bewerb war sie einmal in den Top Ten, in Lienz und Kronplatz schied sie aus. „In den letzten Rennen haben viele Kleinigkeiten nicht zusammengestimmt, ich habe mich auch beim Material vergriffen, das nehme ich alles auf meine Kappe, da ist kein anderer schuld.“
Sie habe alles umgeschmissen, auf altes Material zurückgegriffen und vom ersten Tag an habe es sehr gut funktioniert. „Ich habe etwas gefunden, das sehr schnell sein kann. Jetzt heißt es, die Runs im Training alle hintereinander so hinzubringen, wie ich mir das vorstelle.“
Dann wäre schon einiges möglich, ergänzte sie. „Topfavorit bin ich keiner, das kann ich ganz klar sagen. Die Rennen, die ich heuer gezeigt habe, die waren nicht gut, nicht fehlerfrei. Aber wenn es am Tag X passt, dann kann ich vorne mitfahren, das weiß ich selbst auch.“ Der Riesentorlauf ist als erstes alpines Frauenrennen am Montag am Programm.
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