16.01.2022 07:44 |

Mit Bombe gedroht

Geiselnahme in Synagoge: Opfer nach Stunden frei

In einer Synagoge im US-Staat Texas hat ein bewaffneter Mann am Samstagnachmittag (Ortszeit) offenbar mehrere Geiseln genommen. Nach stundenlangem Nervenkrieg ist die Geiselnahme nun beendet. Alle Geiseln in der Kleinstadt Colleyville in der Nähe von Dallas seien „am Leben und in Sicherheit“, teilte der texanische Gouverneur Greg Abbott mit. Laut Medienberichten hatte der Geiselnehmer die Freilassung einer inhaftierten Terroristin verlangt und mit der Zündung von Bomben gedroht.

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Nach Informationen des Senders ABC News hatte der Geiselnehmer am Samstagmorgen (Ortszeit) in der Synagoge Congregation Beth Israel den Rabbiner und mindestens drei weitere Menschen in seine Gewalt gebracht. Er war demnach bewaffnet und gab an, an mehreren Orten Bomben platziert zu haben. Die Polizei war mit Spezialkräften im Einsatz. Spezialisten der Bundespolizei FBI übernahmen nach Informationen des Nachrichtensenders CNN die Verhandlungen mit dem Geiselnehmer.

„Weint nicht für mich“
Nutzer sozialer Medien, die den Livestream des Gottesdienstes verfolgt hatten, berichteten davon, dass der Geiselnehmer einen „ausländischen Akzent“ hatte. „Hört ihr mich? Ich werde sterben, also weint nicht für mich“, soll er gesagt haben. Das Video wurde mittlerweile von der Facebook-Seite gelöscht.

Forderte Freilassung von „Schwester“
Bei dem mutmaßlichen Täter handelte es sich um einen Mann namens Muhammad Siddiqui. Laut ABC verlangte dieser die Freilassung seiner „Schwester“, der pakistanischen Wissenschafterin Aafia Siddiqui, die 2010 von einem New Yorker Gericht wegen Terrorvorwürfen zu 86 Jahren Haft verurteilt worden war. Einige Experten äußerten die Einschätzung, ihre Bezeichnung als „Schwester“ sei im übertragenen Sinne als Schwester im islamischen Glauben gemeint.

Polizei verhandelt mit Geiselnehmer
Wie lokale Medien weiter berichteten, waren Kräfte der US-Bundespolizei FBI sowie Sonderpolizisten im Einsatz. Auch ein Sprengstoffteam war vor Ort. Die Polizei habe Verhandlungen mit dem Mann aufgenommen, hieß es. In Dallas, aber auch in anderen Städten wurden rund um jüdische Einrichtungen und Synagogen zusätzliche Polizeistreifen ausgeschickt und Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

2008  in Afghanistan gefasst
Die aus Pakistan stammende Neurowissenschaftlerin wurde im Jahr 2010 zu 86 Jahren Haft verurteilt, nachdem sie auf US-Soldaten geschossen hatte, die sie während ihrer Gefangenschaft bewachten. Sie verbüßt ihre Haftstrafe in Texas. Siddiqui war zuvor bereits mit terroristischen Aktivitäten in Verbindung gebracht worden, das FBI hatte sie jahrelang auf der Liste der meistgesuchten Al-Kaida-Mitglieder gesetzt. Sie wurde 2008 in Afghanistan gefasst.

Seitdem hatte es immer wieder Versuche gegeben, Siddiqui freizupressen oder sie auszutauschen. So sollen unbestätigten Berichten zufolge der IS angeboten haben, den später enthaupteten US-Journalisten James Foley oder auch die US-Entwicklungshelferin Kayla Mueller gegen die in den US-Medien als „Lady Al-Kaida“ bezeichnete Pakistanerin einzutauschen. Auch Al-Kaida selbst soll den 2009 in Afghanistan gefangen genommenen US-Soldaten Bowe Bergdahl im Austausch für Siddiqui angeboten haben. 

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