10.01.2022 15:30 |

Tiroler Landestheater

Otto Grünmandl: Dort, wo der Sinn im Unsinn liegt

Der unvergessene Haller Kabarettist Otto Grünmandl hat mit seinen Arbeiten für Film, Rundfunk und Theater sowie mit seinen absurden Kabarett-Programmen Geschichte geschrieben. Sein Stück „Grufttheater“ erlebt nun am Landestheater seine Uraufführung.

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„Höret was Erfahrung spricht: Hier ist’s so wie anderswo – nichts Genaues weiß man nicht – dieses aber ebenso“, so lautet einer von unzähligen skurril und grandiosen Sinnsprüchen, die Kabarettist Otto Grünmandl in seinem Leben tätigte. Texte des im Jahr 2000 in seiner Heimatstadt Hall in Tirol verstorbenen Künstlers sind mit einem Sprechstück des österreichischen Literaturnobelpreisträgers Peter Handke seit kurzem im „Haus der Musik“ unter dem Titel „Grufttheater“ zu erleben.

Zitat Icon

Zu einer Zeit, da ich, wie auch heute von der Beatmusik begeistert war, habe ich ein kurzes, etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten langes Sprechstück geschrieben, welches nach den Klangelementen der Beatmusik gemacht ist.

Peter Handke, 1965

Der Sinn des Lebens wurzelt im Nonsens
Noch vieles, was Otto Grünmandl in der Vergangenheit an Schriftlichem produzierte, schlummert in der Gegenwart vor sich hin und wartet, so wie zum Beispiel das „Grufttheater“, auf eine Uraufführung. Und auch bei diesem führt Grünmandl, der unumstößliche „Meister des höheren Blödsinns“, das Publikum hin zu Orten und auch Begebenheiten, welche das Aberwitzige, das Absurde zum System erklären. Und der daraus resultierende Nonsens entpuppt sich als eigentlicher Sinn des Lebens.

Debutstück von Handke eröffnet „Grufttheater“
Gewissermaßen „Eingeweiht“ wird das „Grufttheater“ mit der Innsbrucker Erstaufführung des Debutstücks „Weissagung“ von Peter Handke, welches dieser kurz vor der „Publikumsbeschimpfung“ schrieb. 1965 notierte Handke dazu: „Zu einer Zeit, da ich, wie auch heute von der Beatmusik begeistert war, habe ich ein kurzes, etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten langes Sprechstück geschrieben, welches nach den Klangelementen der Beatmusik gemacht ist. Inhaltlich besteht es aus rhythmisch aneinandergereihten Tautologien, die völlig unlogisch aufeinanderfolgen und nur ein Klangbild ergeben durch Überschneidung, gemeinsames Sprechen, Sprechen im Kanon und Litaneien.“ Dadurch, dass beide Texte der zwei unterschiedlichen Literaten hintereinander gesprochen werden, wächst daraus eine erstaunliche Symbiose.

Die Regie für diesen besonderen Theaterabend führt Joachim Gottfried Goller. Ulrike Lasta, Petra Alexandra Pippan, Johannes Gabl und Stefan Riedl verleihen ihre Stimmen für die Texte der zwei großen heimischen Literaten. Für Bühne und Kostüme zeichnet Julia Neuhold verantwortlich. 

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