06.01.2022 08:57 |

Kampf gegen Bürokratie

„Muss meine Frau erst sterben, bis ihr wer hilft?“

Mit dem Schicksal schwer zu kämpfen hat ein Ehepaar aus dem burgenländischen Bezirk Güssing. Die Frau (48) ist an Krebs erkrankt. Weil sie trotz Interventionen in ihrer Heimat Ungarn nicht von der Krankenkasse abgemeldet wird, ist sie in Österreich noch nicht (mit-)versichert. Dringend nötige Medikamente hat sie nur noch bis Sonntag.

Geheiratet haben die gebürtige Ungarin Csilla G. und der Salzburger Johann T. erst vor Kurzem in Güssing. Jetzt wird ihre Liebe einer harten Prüfung unterzogen. Die 48-Jährige leidet an einer Krebserkrankung. Sie ist auf diverse Medikamente und regelmäßig auf Spritzen angewiesen. Für eine Injektion müssen rund 300 Euro hingeblättert werden. Sämtliche Kosten hat das Ehepaar zu tragen.

Behandlungen sehr teuer
Trotz aller Bemühungen, sich bei der Krankenkasse in Ungarn abzumelden, ist die Patientin, die mit ihrem Mann in Stegersbach lebt, noch immer in ihrer alten Heimat registriert. Daran ließ sich auch in Absprache mit der Österreichischen Gesundheitskasse bislang nichts ändern. „Wir sind am Verzweifeln. Die Abmeldung wird nicht bestätigt“, klagt Johann T. Alle Arzneien, Spritzen und Therapien muss das Paar selbst zahlen. „Allein 15 Minuten beim ersten Aufklärungsgespräch im Spital haben 70 Euro gekostet“, sagt der Taxifahrer.

Am Rande der Verzweiflung
Bis Ende Februar sind weitere Untersuchungen wie etwa eine kostspielige Computertomografie verordnet. „Uns geht das Geld aus“, so T. Dramatisch wird die Situation bereits diesen Sonntag. Denn dann sind sogar die vorhandenen Medikamente aufgebraucht, welche die Schwerkranke unbedingt benötigt. Der verzagte Ehemann: „Ohne Arzt, ohne Rezept und ohne Geld gibt es keine Rettung. Muss meine Frau erst sterben, bis ihr geholfen wird?“

Christian Schulter
Christian Schulter
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