16.12.2021 16:39 |

Finanzwissen für Junge

„Bei Schuldnerberatung ist jeder Vierte unter 30!“

Laut Schätzungen haben bis zu 700.000 Österreicher mehr Schulden als Vermögen. Damit sind wir deutlich über dem EU-Schnitt. Unser Finanzwissen ist im Allgemeinen gut; gewisse Gruppen, wie etwa junge Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund, hinken aber nach. Die Stiftung für Wirtschaftsbildung will bei Jugendlichen ansetzen und das Thema an die Schulen bringen.

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Bis 10. Januar können sich Schulen auf der Website der Stiftung noch für die Teilnahme am „Schulpiloten Wirtschaftsbildung“ bewerben, sagt Geschäftsführer Matthias Reisinger. Ab nächstem Schuljahr gibt es dann an 30 Schulen im ganzen Land einen Schwerpunkt auf Wirtschaftsbildung. Viele junge Menschen würden nämlich meinen, Wirtschaft habe nichts mit ihnen zu tun, sei „abstrakt“ und „in Stein gemeißelt“, sagt Reisinger. Da müsse man ansetzen und ein „Grundverständnis für Wirtschaft“ vermitteln. Neben dem Schulpiloten bietet die Stiftung auch Aktionstage sowie kostenloses Lehrmaterial für Lehrkräfte zu allen Themen rund um Wirtschaft: „Viele Lehrkräfte kommen auf uns zu und sagen, sie würden total gerne etwas machen, haben aber nicht die Zeit, Lehrmaterial zu erstellen. Unsere Lehrkräfte sind unglaublich gefordert“, so Reisinger.

Wie dringend junge Menschen in Österreich Wirtschafts- und Finanzkompetenz brauchen, zeigen die Zahlen: „Jeder Vierte, der zu einer Schuldnerberatung geht, ist unter 30 und hat im Schnitt 30.000 Euro Schulden“, weiß Reisinger. Jugendliche bräuchten „Tools und Werkzeuge, um aktiv mit ihren Finanzen umzugehen. Denn: Was für uns und unsere Eltern vielleicht noch einfach war, wird immer komplexer.“

Erschwert wird das ganze durch die sozialen Medien. Denn „Fake News“ sind auch im Bereich Geld und Finanzen ein „immer stärker werdendes Phänomen, gerade auf Kanälen, wo die Eltern sich nicht mehr aufhalten“ - etwa auf TikTok, sagt Reisinger. „Es gibt seriöse Quellen mit tollen Hinweisen, aber auch viel Scharlatanerie. Und es werden immer nur die Positivbeispiele genannt. Die Negativbeispiele kommen leider extrem selten vor und dienen daher auch nicht zur Abschreckung.“ Zur Wirtschaftsbildung gehöre also durchaus auch Medienkompetenz und die Vermittlung gewisser Grundregeln an junge Menschen: „Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es wahrscheinlich nicht wahr. Und wenn jemand die magische Strategie zur Geldvermehrung verspricht, dann ist das wahrscheinlich mit einem sehr, sehr hohen Risiko verbunden.“

Wirtschaftsbildung findet aber nicht nur in der Schule statt, auch Eltern können viel tun. Reisinger rät zum „aktiven Austausch mit den Kindern und Jugendlichen in lebensnahen Situationen“. Soll heißen: beim Einkaufen auch mal das Kind auswählen lassen, Kaufentscheidungen erklären, und mithilfe des Taschengeldes den Umgang mit Geld üben.

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