Wissenswert!

Was Pferdehalter im Winter beachten sollten

Knackige Wintertemperaturen, Schnee und Eis. Damit Pferde gesund und fit durch die kalte Jahreszeit kommen, sind eine angepasste Fütterung, ausreichend Frischluft und Bewegung essenziell. Zudem sollte auch die Stallumgebung winterfest gemacht werden. Die Tipps der Vetmeduni zeigen, was Pferdehalter während der Wintermonate bei der Pflege und beim Umgang mit den Tieren beachten sollten und wie man Gefahren beim Ausritt vorbeugen kann. 

Auf der Weide können Pferde den Winter draußen verbringen, wenn sie metabolisch gesund sind, genug Kalorien erhalten, ein gutes Winterhaarkleid entwickeln., angemessenen Schutz haben. Im Stall sammeln sich bei geschlossenen Türen und Fenstern Staub und Partikel in der Luft, die eine allergische Reaktion der Atemwege hervorrufen oder einen bereits bestehenden Zustand verschlimmern können. Während es verlockend ist, Stalltüren zu schließen, um Wärme drinnen zu halten, benötigen Pferde eine gute Belüftung für eine gesunde Atmung.

Die Stallumgebung wintersicher machen
Die übliche Pflergeroutine, wie das Auskratzen der Hufe und die Fellpflege, bitte auch im Winter einhalten. Dabei darauf achten, nicht die schützende Fettschicht aus dem Fell zu bürsten. Achtung: Gerade in Notsituationen sind geräumte Wege und Einfahrten wichtig. Besitzer, Hufschmiede und Tierärzte müssen auch bei schlechter Wetterlage Zugang zu den Pferden haben. Für vereiste Oberflächen Streumittel wie Streu, Sand oder Kies griffbereit halten, um Trittsicherheit zu bieten. Achten Sie darauf, Pferden einen dreiseitig geschlossenen Unterstand mit weicher, trockener und verformbarer Liegefläche zu bieten, um Wind und Wetter zu trotzen. Bei Minustemperaturen werden Trittschäden wie Löcher oder Maulwurfshügel zu gefährlichen Stolperfallen.

Außerdem zu beachten:

  • Regelmäßiges Entfernen der Decke zur Prüfung von Veränderungen des Körperzustands, der Entstehung von Druckstellen (insbesondere im Widerristbereich) oder dem Auftreten bakterieller und mykologischer Hauterkrankungen
  • Geschorene Pferde, die den ganzen Winter draußen sind, müssen eingedeckt und bei Temperaturschwankungen angepasst umgedeckt werden.
  • Vollständig geschorene Pferde (= einschließlich Kopf und Ohren) müssen bei extrem kalten Temperaturen im Stall gehalten werden, da Erfrierungen auftreten können.
  • Wasserdichte und atmungsaktive Decken können vor Wind und Regen schützen, einem Unterstand ist bei ungeschorenen Pferden jedoch der Vorzug zu geben, um eine Anpassung an oft rasch veränderliche Wetterbedingungen zu ermöglichen.

Das richtige Futter
Pferde verbrauchen im Winter unterhalb der unteren kritischen Temperaturgrenze deutlich mehr Kalorien als zu jeder anderen Jahreszeit. Die untere kritische Temperaturgrenze ist unter anderem abhängig von Alter, Rasse, Körperkondition, Fütterung, Wetterbedingungen (Wind, Feuchtigkeit) sowie der Akklimatisation und muss daher individuell betrachtet werden. Hochwertiges Heu und Raufutter sind die Hauptnahrungsmittel jeder Winterdiät. Auch bei Weidegang sollte immer zusätzlich gutes Heu zur Verfügung stehen. Pferde sollten niemals hungrig auf die Koppel gehen, damit sie nicht an giftigen Pflanzen knabbern, weil nur wenig Gras vorhanden ist.

Kraftfutter generell erst nach dem Weidegang füttern, da sonst Verdauungsstörungen drohen. Achtung: Durch Aufnahme von gefrorenem Gras kann es zu Koliken kommen. Konstante Wasserquelle mit beheizten Wassertrögen oder nichteinfrierenden automatischen Bewässerungssystemen sollten zur Verfügung stehen. Studien zeigen, dass Pferde im Winter bis zu 40 Prozent mehr Wasser aufnehmen, wenn dieses angewärmt ist. Achtung: Eine der Hauptursachen für Koliken ist eine Verstopfung des Darms durch unzureichende Wasseraufnahme. Wichtig: Schnee ist kein adäquater Ersatz für Tränkwasser!

Reiten im Winter
Auf lange Sicht: Beim Ausreiten am Morgen, Abend oder an trüben Tagen Ausstattung von Reitern und (!) Pferden mit Leuchtreflektoren. Wärmende Unterlage: Auflegen einer Nierendecke, damit die Muskulatur nicht auskühlt. Um Erkältungsgefahr vorzubeugen, nach einem Ausritt das Pferd trocken reiten, eine Abschwitzdecke verwenden, nasse Decken tauschen oder abnehmen. Alternativ Fell im Pferdesolarium trocknen. Warm-up: Um die Muskulatur und die Gelenke aufzuwärmen, sollten Pferde nicht nur im Winter vor der schnelleren Arbeit mindestens 20 Minuten Schritt geritten werden. Auch die Reiter sollten sich gezielt aufwärmen.

Öfter mal ein Spaziergang
Das Gebiss der Trense vor dem Auflegen in warmes Wasser legen, da kaltes Metall sehr unangenehm für Pferde ist. Schnee kann Löcher oder Eisflächen verdecken. Bei Unsicherheit über die Bodenverhältnisse unbekannte Strecken vermeiden. Hier besteht Gefahr für Pferde und Reiter. Gut zu Fuß: Alternativ zum Reiten Spaziergänge mit dem Pferd machen. So können Reiter den Boden besser kontrollieren und steuern, wo das Pferd hintritt. Schneebälle und Trittsicherheit: Bei beschlagenen Pferden sind Einlagen („snow grips“) empfehlenswert, bei unbeschlagenen kann Vaseline auf der Unterseite der Hufe helfen, das Aufstollen von Schnee zu vermeiden. Schraubstollen wegen der Verletzungsgefahr nach dem Reiten wieder entfernen.

 Tierecke
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Mittwoch, 19. Jänner 2022
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