02.12.2021 06:33 |

Sorge um Existenz

Thermen drängen auf eine Öffnung ab 13. Dezember

Bislang ist noch unklar, wann der vierte Lockdown ein Ende hat. Aber wie würde es für die Thermen nach dem 12. Dezember weitergehen? Die Betriebe würden gerne aufsperren - mit allen Vorsichtsmaßnahmen.

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Der mittlerweile vierte Lockdown bereitet den Thermen keine Freude. „Wir tragen die Maßnahmen mit“, meint Werner Cerutti, Geschäftsführer der Sonnentherme Lutzmannsburg, trocken. Das Geschäft sei heuer nicht schlecht gelaufen, jedoch habe man in Summe rund ein halbes Jahr lang geschlossen halten müssen. „Das kann man gar nicht aufholen“, sagt Cerutti. Derzeit sind alle 250 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Die Schließzeit kann nicht einmal für Umbauarbeiten genutzt werden.

„Wir haben in den letzten zwei Jahren so viel renoviert, dass es nichts mehr zu renovieren gibt“, meint Cerutti. Selbst wenn man mit 13. Dezember wieder aufsperren dürfte, rechnet er mit Einbußen durch 2 G, weil die Gäste in Lutzmannsburg vor allem junge Familien sind.  „Uns wurde von heute auf morgen der Boden unter den Füßen weggezogen“, kommentiert AVITA-Geschäftsführer Peter Prisching den neuerlichen Lockdown. In der kurzen Zeit, in der man offen halten durfte, sei das Geschäft sehr gut gelaufen, bevor man in der „Zielgeraden“ wieder habe schließen müssen.

Keine Kurzarbeit aus Rücksicht auf Mitarbeiter
Der Resort-Chef hat Sorge, dass ihm die Mitarbeiter abspringen. Für diese sei die Auf-zu-Politik eine große Belastung. Deswegen sind die 160 Angestellten des Betriebs nicht in Kurzarbeit. Damit wolle man ein starkes Zeichen setzen für die gute Arbeit, welche die Mitarbeiter in den vergangenen Monaten geleistet haben, so Prisching. Wird am 13. Dezember jedoch nicht aufgesperrt, müssen auch sie in die Kurzarbeit.

Zitat Icon

Mir ist es lieber, wir können am 13. Dezember unter der Voraussetzung „2 G Plus“ aufsperren, als wir können überhaupt nicht aufsperren.

AVITA-Geschäftsführer Peter Prisching

Warum gerade die Thermen die Ersten beim Zusperren und die Letzten beim Aufsperren seien, versteht der AVITA-Geschäftsführer nicht. Gerade in den Thermen sei die Kontrolle genauer als etwa im Handel. Wie viele Lockdowns würden die Thermen noch verkraften? „Mental gar keine mehr, wirtschaftlich wird es auch irgendwann knapp. Da hilft nur impfen, impfen, impfen und sich solidarisch zeigen.“ Verständnis für den Lockdown angesichts der hohen Zahlen hat Klaus Hofmann, ÖHV-Vizepräsident und Geschäftsführer der St. Martins Therme & Lodge. Wäre rechtzeitig reagiert worden, hätte der Lockdown aber vielleicht verhindert werden können.

Betriebe wollen wieder Perspektive haben
Dass Hotellerie und Thermen mit 13. Dezember – im Gegensatz zu anderen Bereichen – wohl nicht aufsperren dürfen, sorgt für Frust. Die Hotels seien nachweislich keine Infektionsherde, betont Hofmann. „Daher ist nicht einzusehen, warum hier nicht aufgesperrt werden dürfte.“ Man müsse lernen, mit dem Virus unter strengen Maßnahmen wie 2 G plus und Maskenpflicht zu leben. Die Betriebe bräuchten eine Perspektive.

Ähnlich wie in Bad Tatzmannsdorf hat man auch in Frauenkirchen Sorge, die Mitarbeiter zu halten. Die 310 Angestellten sind derzeit nicht in Kurzarbeit. Ob das so bleibt, hängt davon ab, ob man ab 13. Dezember wieder öffnen darf. Die Gäste seien ihrer Lieblingstherme trotz allem treu geblieben: „Viele wollen noch vor Weihnachten kommen, die Nachfrage ist auf jeden Fall da“, so Hofmann.

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