21.11.2021 20:15 |

Recherche in Kroatien

Deutscher Journalist mit Flüchtlingen verhaftet

Ein deutscher Journalist ist in Kroatien zusammen mit sieben Flüchtlingen festgenommen worden, mit denen er auf illegalem Weg in das EU-Land gekommen war. Dies berichtete das Portal vecernji.hr in der Nacht auf Sonntag. Der Vorfall habe sich bereits am Freitag im Gemeindegebiet von Cetingrad nahe der Grenze zu Bosnien-Herzegowina ereignet.

Das Stadtgericht in Karlovac verurteilte den 44-jährigen Sebastian Leber, der für den Berliner „Tagesspiegel“ arbeitet, wegen illegalen Grenzübertritts zu einer Geldstrafe von 3600 Kuna (rund 500 Euro). Zugleich sah es als nicht erwiesen an, dass der Deutsche den Flüchtlingen geholfen hatte. Die von der Grenzpolizei erhobene Anklage wegen Schlepperei ließ das Gericht fallen. Dieses Vergehen wäre mit weit schwereren Strafen bedroht.

Die Grenzpolizei kündigte Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil an. Über die Herkunft und das weitere Schicksal der Flüchtlinge, die möglicherweise um Asyl ansuchen wollten, wurde nichts bekannt.

Reporter recherchierte zu „Pushbacks“
Kroatien wird schon seit Längerem dafür kritisiert, Flüchtlinge und Migranten, die das Land auf irregulärem Weg erreichen, mit Gewalt nach Bosnien zurückzuschieben. Menschenrechtsorganisationen und Journalisten haben diese sogenannten „Pushbacks“ sowie die zum Teil schweren Misshandlungen von Schutzsuchenden immer wieder dokumentiert.

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Die Tagesspiegel-Chefredaktion weist den Versuch, unabhängige journalistische Berichterstattung zu kriminalisieren und somit die Pressefreiheit einzuschränken, auf das Schärfste zurück.

Stellungnahme des "Tagesspiegel"

Für entsprechende Recherchen sei auch der „Tagesspiegel“-Reporter mit den Flüchtlingen unterwegs gewesen, erklärte die deutsche Zeitung. Weiters heißt es in der Erklärung: „Die Tagesspiegel-Chefredaktion weist den Versuch, unabhängige journalistische Berichterstattung zu kriminalisieren und somit die Pressefreiheit einzuschränken, auf das Schärfste zurück.“

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