20.10.2021 11:26 |

Überraschung in D

„Persönliche Gründe“: Bundesbank-Chef tritt zurück

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat völlig überraschend seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt. Zu seiner Entscheidung haben „persönliche Gründe“ geführt, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der Deutschen Bundesbank an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die näheren Hintergründe für den Rücktritt sind noch bekannt. Für Beobachter kommt dieser Schritt allerdings sehr überraschend.

„Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass mehr als zehn Jahre ein gutes Zeitmaß sind, um ein neues Kapitel aufzuschlagen - für die Bundesbank, aber auch für mich persönlich“, schreibt Weidmann in einem Brief an die Mitarbeiter. Seit Mai 2011 steht der 53-Jährige an der Spitze der Zentralbank.

Der promovierte Volkswirt hatte sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch zu der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geäußert. Seinen Kolleginnen und Kollegen im EZB-Rat dankte Weidmann für die offene und konstruktive Atmosphäre in den zuweilen schwierigen Diskussionen der vergangenen Jahre. Er unterstrich die „bedeutende, stabilisierende Rolle der Geldpolitik während der Pandemie sowie den erfolgreichen Abschluss der Strategiediskussion als wichtigen Meilenstein der europäischen Geldpolitik“.

Weidmann war jüngster Bundesbank-Präsident
Weidmann hatte als damals jüngster Bundesbank-Präsident im Alter von 43 Jahren im Mai 2011 den Posten in Frankfurt von Axel Weber übernommen, der im Streit über die Anti-Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank hingeworfen hatte.

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