Tödlicher Bühnenunfall

„Tragödie“: Bolschoi-Theater sagt Vorstellung ab

Ausland
10.10.2021 15:54

Ein tragischer Unfall während der russischen Volksoper „Sadko“ im weltberühmten Bolschoi-Theater in Moskau sorgte für Schock. Beim Wechsel eines Bühnenbildes geriet ein 37-jähriger Tänzer unter die Dekoration und wurde dabei erdrückt. Die genauen Umstände sind noch nicht geklärt - vermutlich habe er die Warnungen von Kollegen nicht gehört. Das Theater sagte in weiterer Folge die für Sonntag geplante Vorstellung ab.

Die Vorstellung des kulissenreichen Kostümspektakels „Sadko“ falle aus Gründen der Trauer aus, teilte die Sprecherin des Theaters, Katerina Nowikowa, mit. Nowikowa sprach von einem „tragischen Ereignis“, dessen Umstände aufgeklärt werden müssten. Die Aufführung wurde am Samstagabend zunächst unterbrochen, und die Zuschauer wurden gebeten, den Saal zu verlassen. Dann sei die Vorstellung ganz beendet worden.

Die Reihen des weltberühmten Theaters werden am Sonntag leer bleiben. (Bild: AFP)
Die Reihen des weltberühmten Theaters werden am Sonntag leer bleiben.

Zuschauer filmten mit
Zuschauer, die im Saal am Samstag filmten, veröffentlichten in den sozialen Netzwerken Aufnahmen von dem Moment, als sich ziemlich am Anfang eine Bühnenwand absenkte. Wenig später rief der Hauptdarsteller: „Stop! Stop! Rufen Sie einen Notarzt! Hier ist Blut.“ Im Internet-Kanal Telegram sprachen Augenzeugen von einer „Tragödie“. Einige Zuschauer sagten, sie hätten das Unglück zunächst für einen Teil der Inszenierung gehalten.

Von den Reihen der Zuschauer aus - Russlands größtes Theater hat rund 2500 Plätze - war das Unglück wegen der vielen Darsteller kaum zu sehen. Die Wand, die den jungen Mann erdrückte, soll rund zwei Tonnen gewogen haben. Wenig später wurde der Vorhang zugezogen.

Notarzt konnte nicht mehr helfen
Wenig später fuhr die Polizei an dem weltberühmten Haus vor. Ermittler waren im Theater im Einsatz, um den genauen Hergang des Unfalls zu untersuchen, sagte Julia Iwanowa von der zuständigen Behörde in der russischen Hauptstadt. Nach den Untersuchungen werde entschieden, ob es ein Strafverfahren gebe.

Der Künstler sei noch vor Eintreffen des Notarztes gestorben, sagte sie. Untersucht wird den Ermittlern zufolge auch, ob der Arbeitsschutz und die allgemeinen Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte auch Fotos von der Unglücksstelle in den Kulissen.

Genaue Hintergründe noch unklar
Vermutet wurde, dass der Darsteller sich in die falsche Richtung bewegt habe und so unter die Dekoration geraten sei. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, dass die Bühnenwand nicht heruntergefallen ist, sondern sich stetig auf den Boden zubewegt.

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