143 Seeadler gezählt

Österreichs "Wappenvogel" wieder im Aufwind

Burgenland
23.03.2011 12:26
Österreichs "Wappenvogel" befindet sich im Aufwind, wie die sensationell gut ausgefallenen aktuellen Ergebnisse der Seeadler-Zählung durch WWF, BirdLife und Nationalpark Donau-Auen belegen: Insgesamt 143 Vögel wurden im Jänner beobachtet, davon stolze 54 im Burgenland. "Noch vor ein paar Jahrzehnten war der Seeadler in Österreich komplett ausgestorben", erinnert Christian Pichler vom WWF, der sich über den "Wappenvogel" im Aufwind freute, obwohl es nicht unumstritten ist, dass es sich bei diesem um einen Seeadler handelt.

Zwei der fünf Top-Seeadlergebiete Österreichs befinden sich im Burgenland. So konnten im burgenländischen Seewinkel (inkl. Hansag/Ungarn) 28 und in der Parndorfer Platte im Nordburgenland 26 der majestätischen Vögel gezählt werden.

Den Spitzenplatz mit 50 Seeadlern belegen aber die March-Thaya-Auen (inkl. Grenzgebiet Tschechien/Slowakei). Auch in den Donau-Auen westlich und östlich von Wien wurden 18 Vögel gezählt, 5 weitere wurden im niederösterreichischen Waldviertel gesichtet.

30 "Einheimische" bleiben das ganze Jahr
Seit 2001 gibt es wieder Bruten, und auch die Zahl der gefiederten Wintergäste, ist auf einen Wert von 100 bis 150 angestiegen. Man sei wieder auf dem besten Weg zu einem gesunden, also langfristig überlebensfähigen Bestand. Unter den 143 Seeadlern befinden sich mehr als 30 "Einheimische", die das ganze Jahr über in Österreich bleiben. Viele von ihnen werden in den nächsten Tagen wieder für Nachwuchs sorgen. 2010 sind bei uns 14 Seeadlerkücken geschlüpft, zwei davon wurden zu wissenschaftlichen Zwecken beringt.

Bundesadler: See-, Stein- oder Kaiseradler?
Bernhard Kohler vom WWF argumentiert, warum man den österreichischen Bundesadler als Seeadler ansprechen kann: Gründe dafür sind im Wesentlichen die gelben, unbefiederten Beine und sein einfärbig gelber Schnabel, die auf einen (erwachsenen) Seeadler hindeuten. Der ausgewachsene Steinadler hat hingegen bis zu den Fängen befiederte Beine und einen grauen Schnabel mit schwarzer Spitze. In die Diskussion könne man noch den Kaiseradler einbringen. Nach der Mauerkrone, der Kette, dem Hammer und der Sichel wird man allerdings bei allen freilebenden Adlern vergeblich suchen, weiß man bei den Fachleuten des WWF.

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