Bei Freigang

Mörder beging mit Ex-Mithäftling Raubüberfall

Im Juli 2006 prügelte Jürgen H. (damals 36) im oberösterreichischen Lambach einen Wirt (68) mit einem Sesselbein zu Tode. Er bekam lebenslänglich, durfte aber zuletzt als Freigänger die Haftanstalt Stein (NÖ) verlassen. Die Chance zur Resozialisierung soll er mit einem Ex-Mithäftling (22) für einen Raubüberfall in Stadl-Paura genutzt haben. Nun drohen dem verurteilten Mörder erneut 15 Jahre Haft.

Rückblende zum Juli 2006: Damals erschlug Jürgen H. in Lambach als letzter Gast den Wirt Josef Muhr (68) mit einem Sesselbein. Dessen Lebensgefährtin fand den Toten am nächsten Morgen in der Gaststube. Jürgen H. war schnell im Visier der Mordermittler, leugnete aber. Doch Fingerabdrücke und Blutspuren des Täters auf dem als Mordwaffe verwendeten Sesselbein und Blutspuren des Opfers am Handy des Mörders waren eindeutige Indizien. Für die Bluttat fasste Jürgen H. eine lebenslange Haftstrafe aus, saß schon 15 Jahre, war nun Freigänger.

Doch nun soll der Mörder wieder seinen Schatten über seine ehemalige Heimat geworfen haben. Das Landeskriminalamt Oberösterreich konnte in enger Zusammenarbeit mit Polizisten aus dem Bezirk Vöcklabruck den bewaffneten Raubüberfall am 30. September auf die Norma-Supermarktfiliale in Stadl-Paura klären.

Mit Ex-Mithäftling Supermarkt überfallen
Mörder Jürgen H. und ein Ex-Mithäftling (22) sollen den Coup gemeinsam verübt haben. Der 22-Jährige soll gegen 19.30 Uhr im Kassenbereich mit vorgehaltener Pistole von einem 17-jährigen Mitarbeiter Geld gefordert haben. Sie gingen dann ins Büro, um den Safe zu öffnen. Dort trafen die beiden auf die Filialleiterin (23). Beide Opfer übergaben dem Räuber auch das Geld aus dem Tresor. Er befahl ihnen, sich im Büro einzusperren, und flüchtete zunächst.

Doch am Wochenende klickten nicht nur für den 22-Jährigen, sondern auch für Jürgen H. die Handschellen. Denn bei den Ermittlungen hatten Aufzeichnungen einer Videokamera die beiden Verdächtigen entlarvt. Jürgen H. soll den Plan ausgeheckt, die Waffe besorgt und das Fluchtfahrzeug gelenkt haben. Nur beim Coup wartete er vor dem Norma-Markt, bis sein „Lehrling“ den Überfall vollendet hatte.

„Sicher nicht optimal von ihm“
„Das war sicher nicht optimal von ihm“, bestätigt Barbara Rumplmayr von der Staatsanwaltschaft Wels auf „Krone“-Anfrage, dass Jürgen H. nun wegen schweren Raubes in U-Haft sitzt. Ihm drohen erneut bis zu 15 Jahre hinter Gittern.

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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