25.09.2021 17:43 |

Tat im Web angekündigt

Kroatien: Wiener (56) tötete seine drei Kinder

Ein in Zagreb lebender 56 Jahre alter Wiener soll in der Nacht auf Samstag seine drei Kinder getötet haben. Zuvor hatte er sich über soziale Medien verabschiedet, wenig später entdeckte die Polizei in der Dachgeschoßwohnung im Stadtteil Mlini die Leichen der drei Kinder - zwei Buben und ein Mädchen - sowie den bewusstlosen 56-Jährigen. Er hatte offenbar versucht, sich selbst zu töten. Laut Ärzten sei er mittlerweile außer Lebensgefahr und im stabilen Zustand. Dem Wiener droht nun eine Höchststrafe von 50 Jahren.

Wie die Tageszeitung „Jutarnji list“ berichtete, dürfte der Verdächtige seine drei Kinder - siebenjährige Zwillinge, Bub und Mädchen, sowie ein vier Jahre alter Sohn - erwürgt und danach versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen, indem er sich vergiftete. Vermutet wird die Einnahme von Tabletten. Die Kinder hatten das Wochenende bei ihrem Vater verbracht. Die Eltern sind geschieden.

„Auf Wiedersehen allerseits“
Zuvor hatte er gegen Mitternacht via Facebook einen Eintrag verfasst, in dem er sich von allen verabschiedete: „Auf Wiedersehen allerseits, ich verlasse euch, ich kann nicht mehr“, postete er. Seine Lebensgefährtin habe ihn wegen seiner Ex-Frau verlassen, weil diese gemein zu ihr gewesen sei und er selbst kein Geld mehr habe. Der Tatverdächtige dürfte an Depressionen leiden und zuletzt in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt sein.

Die Polizei und Rettungskräfte sollten wenig später - gegen 2 Uhr früh - in der Wohnung auf die drei leblosen Kinder sowie den stark benommenen Tatverdächtigen stoßen. Der Vierjährige wurde tot auf dem Bett im Schlafzimmer, die Zwillinge im Wohnzimmer gefunden.

56-Jähriger stabil und bei Bewusstsein
Der 56-jährige Vater der Kinder wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Er sei stabil und auch bei Bewusstsein, sagte der Leiter des Zagreber Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern, Davor Vagic, am Samstagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Zu dem Zeitpunkt, als der Verdächtige mit dem Krankenwagen in Begleitung der Polizei eingeliefert wurde, befand sich der Österreicher laut Vagic in einem Zustand „eingeschränkten Bewusstseins“. Wegen des Verdachts, dass der Mann unter Einfluss von Psychopharmaka stand, wurden laut dem Chefarzt derzeit alle dahin gehenden Untersuchungen durchgeführt, ehe man dazu definitiv eine Aussage machen könne, fügte Vagic hinzu. Im Krankenhaus wird der Mann von der Polizei bewacht.

„Es besteht der Verdacht auf Mord“, bestätigte die Polizei Zagreb Ermittlungen gegen den Wiener. In Kroatien ist für diese Tat ein Strafrahmen von mindestens zehn Jahren Haft vorgesehen.

Mitglied einer Freimaurer-Loge
Bei dem Tatverdächtigen handle es sich um einen Finanzberater, der seinen Abschluss an der Donau-Universität Krems gemacht hatte und für viele namhafte Leasingunternehmen tätig war, hieß es. In Wien soll er ebenfalls eine eigene Firma betreiben, seit 2020 ebenso eine in Kroatien. Beruflich tätig war der 56-Jährige in dem Land jedoch bereits seit 2007. Auch war er offenbar Mitglied einer Freimaurer-Loge - in dem Facebook-Posting beklagte er jedoch mangelnde Unterstützung „seiner Brüder“ in der letzten Zeit.

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