18.09.2021 07:00 |

Rote Ampel überrascht

Haslauer: „Wir haben gar nichts verschlafen“

Egal wie man es dreht und wendet: Salzburg steht pandemiebedingt im Bundesländervergleich schlecht da. Die Ampelkommission machte das am Donnerstag mit der Warnstufe „rot“ für Salzburg amtlich. Warum die Zahlen in Salzburg so hoch sind, können sich die hiesigen Politiker nicht erklären.

Grund genug für die Opposition, zu einem Rundumschlag auszuholen. „Die ÖVP hat den Sommer schon wieder verschlafen. Seit Monaten sind die Covid-Zahlen im Land schlecht und es wurde wenig unternommen, um dem Problem Herr zu werden“ sagt Michael Wanner, SPÖ-Klubvorsitzender.

Diesen Vorwurf weist Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) im „Krone“-Gespräch zurück. „Wir haben gar nichts verschlafen. Wir haben eine umfassende Teststrategie aufgebaut und waren mit den Impfbussen unterwegs“, sagt Haslauer. Dazu gebe es laufend Koordinierungssitzungen.

Ampelschaltung als Schuss vor den Bug
Eine genaue Erklärung für die Ampelschaltung auf „rot“ hat aber auch der Landeshauptmann nicht. Sein Stellvertreter Christian Stöckl hatte sie am Donnerstag als „Schuss vor den Bug“ vonseiten der Experten bezeichnet.

Er nannte das „niederschwellige und breitgefächerte Impfangebot“ als Plan. Haslauer verweist darauf, dass derzeit wöchentlich immer noch 2500 bis 5000 Erstimpfungen getätigt werden.

„Es ist langsam, aber es geht schon noch etwas weiter“, sagt er. Der Landeshauptmann erwähnt auch eine Studie, wonach die Salzburger Impfungen gegenüber generell kritischer eingestellt seien als Bewohner anderer Bundesländer. „Das sieht man auch bei der Impfquote gegen die Masern“, sagt er.

Auch die Grünen sehen inzwischen Handlungsbedarf bei der Impfung. Gesundheitssprecherin Kimbie Humer-Vogl sagt: „Wir sollten uns ganz bald etwas überlegen. Die Leute abzustempeln, weil sie sich nicht impfen lassen, wie wir es zurzeit machen, ist der falsche Weg“, sagt sie.

Die Opposition im Land hat ihr Urteil aber schon gefällt. FPÖ-Chefin Marlene Svazek spricht von einem „hausgemachten Problem aus miserablem Management, schlechter Regierungskommunikation und Spardoktrin“.

Marie Schulz
Marie Schulz
Matthias Nagl
Matthias Nagl
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