08.09.2021 07:55 |

Trakt völlig überfüllt

Indonesien: Über 40 Tote bei Brand in Gefängnis

Bei einem Brand in einem Gefängnis in der Nähe der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens 41 Häftlinge ums Leben gekommen und acht weitere schwer verletzt worden. Das Feuer brach am frühen Mittwochmorgen in der Justizvollzugsanstalt Tangerang aus, etwa 20 Kilometer von der Millionenmetropole entfernt, sagte ein Polizeisprecher. „41 Menschen wurden tot aufgefunden“, erklärte er.

Die Flammen seien unter Kontrolle gebracht worden, hieß es. Die Ursache für das Feuer steht noch nicht fest. 30 weitere Insassen wurden leicht verletzt. Laut Justizministerium zerstörte das Feuer einen Block des Gefängnisses, in dem 122 zumeist drogenabhängige Häftlinge untergebracht gewesen seien. „Dies ist eine Katastrophe und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer“, sagte eine Sprecherin. Der Gefängnistrakt sei überfüllt und eigentlich nur für 40 Häftlinge konzipiert gewesen.

2000 Insassen in Gefängnis für 600
Wie viele andere Haftanstalten in dem südostasiatischen Inselstaat auch, ist das Gefängnis in Tangerang chronisch überbelegt. Zuletzt saßen dort dem Justizministerium zufolge mehr als 2000 Verurteilte ihre Strafen ab, obwohl das Gebäude für maximal 600 Gefangene gebaut wurde.

Tausende Drogenkonsumenten in Haft
„Unser Justizsystem ist auf Inhaftierung als eine Form der Bestrafung angewiesen“, hieß es in einer Erklärung des Instituts für Strafrechtsreform. Ein großes Problem sei aber der gescheiterte Krieg gegen Drogen in dem Land mit über 270 Millionen Einwohnern. „Die Mehrheit der 28.241 Drogenverurteilten in indonesischen Gefängnissen sind Drogenkonsumenten, die überhaupt nicht in Haft sitzen sollten“, teilte das Institut mit.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).