Schuss ins Gesicht

Erbschaftskrimi in Salzburg: Notwehr „plausibel“

Salzburg
01.09.2021 06:01

Wenn aus Liebe Hass wird: Bei einem mörderischen Familienstreit um das Erbe wurde Eva W. (71) von ihrem Ex-Mann Leo erschossen. Der 81-Jährige starb dann im Zuge eines Kampfes mit seinem Sohn. Gernot (51) überlebte, obwohl ihm sein Vater in das Gesicht schoss. Er liegt „nur“ mit einem Unterkieferbruch im Spitalsbett. Noch ist er Beschuldigter im Ermittlungsverfahren, seine Verantwortung, Notwehr, erscheint der Polizei aber „plausibel“.

Gernot W. ist auf dem Weg der Besserung: Er konnte bereits auf die Normalstation des Uniklinikums Salzburg verlegt werden. Seine Verletzung: ein Unterkieferbruch. Dabei hätte das Ganze noch schlimmer ausgehen können.

Am Sonntagabend gegen 19 Uhr hatte ihm sein Vater ins Gesicht gefeuert, nachdem er zuvor seine Ex-Frau mit einem Schuss in den Hinterkopf regelrecht hingerichtet hatte. Doch das Projektil blieb im Kiefer stecken - ein Kampf auf Leben und Tod um die Sportpistole entbrannte, bei dem der 81-Jährige unterlag und folglich daran verstarb.

Tatrekonstruktion geplant
Gernot W., IT-Experte beim Bundesheer, bleibt aber noch Beschuldigter im Ermittlungsverfahren, obwohl seine Verantwortung „plausibel“ erscheint, wie von Ermittlern zu hören ist. Die Staatsanwaltschaft wird aber die Nothilfe- und Notwehrsituation prüfen. Und: „Wir planen als nächsten Schritt, eine Tatrekonstruktion zu beantragen“, heißt es auf „Krone“-Nachfrage.

Dass es anders kommen kann, zeigt die Familientragödie in Wörgl (T): Wie berichtet, hatten ein Vater (52) und sein Sohn (29) einen handfesten Streit. Dabei starb der Ältere laut Obduktion an einem Herzinfarkt. Der Sohn bleibt aber weiterhin als Mordverdächtiger in U-Haft (siehe oben).

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